Das 4. Weltsozialforum (WSF) fand vom 16.-21.Januar in Bombay/Indien statt. "Was kam nun dabei raus?", "Lohnt sich das?" und "Welchen Stellenwert hat das WSF?" sind Fragen die (zunehmend) von außen gestellt werden. Für den Inder Alphonse Manu war das Besondere des WSF in Bombay, dass "Menschen, Gruppen ihre Meinung zum Ausdruck bringen können". Aus europäischer Perspektive eine eher normale Selbstverständlichkeit. Die vielen Straßentheater, bunten Banner, zahlreichen Demonstrationen und 1200 Veranstaltungen sind dafür ein Ausdruck. Das WSF bietet die Möglichkeit, sich zu artikulieren, neue Themen zu setzen, Erfahrungen auszutauschen, Neues zu Lernen, aber auch Strategien zu bilden, neue Allianzen zu schaffen und eine konvergierende Diskussion zu globalen Themen nach und nach herauszuschälen. Positiv sind meiner Meinung nach folgende Punkte herauszuheben:
Das WSF war aus Perspektive von Germanwatch eine gute Möglichkeit, einen Überblick zu bekommen über die Debatte nach der WTO-Ministerkonferenz in Cancún und über Ernährungssouveränität, die Anstöße für die weitere politische Arbeit von Germanwatch in diesen Bereichen gibt. Erfahrungsberichte von Bauern aus verschiedenen Ländern gaben Einblicke in die konkrete Lebenssituation von Kleinbauern, für die wir eintreten. La Via Campesina, die internationale Kleinbauernbewegung, spricht von einer "internationalen Agrarkrise", die ihren Ursprung in den Preisen hat, die unterhalb der Produktionskosten liegen. Ein Austausch über Aktionsmöglichkeiten in Bezug auf multinationale Unternehmen legte verschiedene Strategien und Instrumente im Bereich "Corporate Governance" offen. Analysen über die Auswirkungen von 10 Jahren NAFTA geben uns Lehren mit auf den Weg für die Arbeit zu Freihandelsabkommen. Die internationale "trade justice movement" ruft zu einer globalen Aktionswoche Anfang 2005 auf, wahrscheinlich im April. Die Versammlung der sozialen Bewegungen beschloss einen Aktionstag gegen die Besetzung im Irak (20.3.) und die Mobilisierung zur Ministerkonferenz in Hong Kong, deren Datum noch offen steht.
Der Reichtum vom Weltsozialforum liegt in der Vielfalt, die es zu erhalten gilt. Ansonsten bleibt nur zu wünschen, dass es weiterhin mit seinen Herausforderungen wächst und zur Lösung der globalen Probleme beiträgt.
Marita Wiggerthale