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WTO-Glossar


Siehe auch unser handelspolitisches Glossar
 
 

Agrarabkommen (Agreement on Agriculture - AoA)
Eines der Abkommen der Uruguay Runde, das 1994 in Marrakesch von den Regierungen unterzeichnet wurde. Es setzt für alle WTO-Mitglieder die Regeln für den Agrarhandel fest. Die Umsetzung soll für Entwicklungsländer in zehn Jahren (1995-2005) und für Industrieländer in fünf Jahren (1995-2000) erfolgen.

AKP
Abkürzung für die afrikanischen, karibischen und pazifische Staaten. Zurzeit werden mit dem Begriff 77 Länder umfasst, viele von ihnen sind ehemalige Kolonien Frankreichs und Großbritanniens. Die EU hat mit den AKP Staaten das Lomé-Abkommen geschlossen, das auf einem System von Zollpräferenzen basiert.

Allgemeiner Rat
Der Allgemeine Rat (General Council) der WTO setzt sich aus Vertretern aller Mitglieder zusammen. Er übt das Tagesgeschäft der WTO aus, ist jedoch nicht entscheidungsberechtigt. Hinzukommen eigene Zuständigkeiten wie die Aufgabe des Streitbeilegungsgremiums und die Überprüfung der Handelspolitiken der Mitglieder.

Antidumpingzölle (Anti Dumping Duties)
Dies sind Zölle, die Regierungen auf bestimmte Importe erheben können, wenn einem Exportunternehmen irgendeine Art von unfairer Preisbildung nachgewiesen werden kann. Zum Beispiel, wenn ein Unternehmen für gleiche Produkte unterschiedliche Preise auf unterschiedlichen Märkten verlangt, kann das Importland, das zu dem geringeren Preis importiert, einen Anti-Dumping-Zoll erheben, um den Preis auf das Niveau des anderen Landes anzuheben. Darüber hinaus können Anti-Dumping-Zölle erhoben werden, wenn ein Unternehmen sein Produkt auf dem Binnenmarkt zu höheren Preisen verkauft als auf dem Exportmarkt. Wo kein offener Markt ist, der die Festlegung des Binnenmarktpreises ermöglicht, ist es den Ländern erlaubt, einen Preis zu "konstruieren", der auf den Produktionskosten des betreffenden Produktes plus einem angemessenen Gewinn basiert.
Auf vielen Agrarmärkten wird angesichts der Dominanz der staatlichen Programme verschiedener Art auf den letzten Ansatz zurückgegriffen, um Dumping als solches festzustellen. Aktuell muß ein Land eine Anti-Dumping-Gesetzgebung haben, um Anti-Dumping-Zölle, sofern es gewollt ist, erheben zu können. Das Verfahren schreibt vor, dass ein Sektor, der seine Interessen durch Importe eines bestimmten Produktes eines bestimmten Unternehmens verletzt sieht, bei der jeweiligen einheimischen Behörde (häufig beim Wirtschaftsministerium) den Nachweis der schwerwiegenden Schädigung erbringen muss. Das Ministerium legt fest, ob die Anklage gerechtfertigt ist. Wenn dem so ist, erhebt es die Zölle. Exportländer, die denken, dass ihre Unternehmen ungerecht bestraft wurden, können die Zölle bei der WTO anfechten.

ASEAN
"Association of Southeast Asian Nations". Acht der ASEAN-Mitglieder sind in der WTO — Brunei, Kambodscha, Indonesien, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur und Thailand. Die anderen Mitglieder der ASEAN— Laos and Vietnam — verhandeln gerade über ihren WTO Beitritt.

Ausgleichszölle
Dies sind zusätzliche Zölle, die auf Importprodukte des jeweiligen Herkunftslands erhoben werden können, um einen Ausgleich zu schaffen zur Verwendung von staatlichen Subventionen (inländische Subventionen, Exportsubventionen). Im Agrarabkommen wurden eine Anzahl von staatlichen Subventionen als "nicht-anfechtbar" kategorisiert. Damit wird ein System legitimiert, in dem Länder den Verkauf von billig subventionierten Importprodukten akzeptieren müssen, die nicht die wahren Produktions- und Absatzkosten widerspiegeln. Mit dem Auslaufen der Friedensklausel werden einige Agrarexporte der USA, der EU und anderer Länder ungeschützt Ausgleichsmaßnahmen der importierenden Länder ausgesetzt sein. Ausgleichszölle sind zu unterscheiden von Anti-Dumping-Zöllen, die durch das Verhalten von Exportunternehmen ausgelöst werden.

Blaue Box
Mit dem "Blair-House-Abkommen " zwischen der EU und den USA gelang 1992 der "Durchbruch" in den Agrarverhandlungen in der Uruguay-Runde, die sog. Blaue Box wurde geschaffen. Der Artikel 6.5. des AoA besagt, dass die Blaue Box den Ländern unbegrenzte Ausgaben für Direktzahlungen an Landwirte erlaubt, wenn diese Zahlungen an "produktionsbeschränkende Programme" gekoppelt sind. Die Zahlungen sind hierbei auf festgelegte Flächen und Felder bezogen oder werden pro Vieh berechnet. Bei der EU sind das die Flächen- und Tierprämien sowie die Flächenstillegungsprämien.

Bündnisse
Es gibt verschiedene politische oder (regionale) wirtschaftliche Bündnisse zwischen den WTO-Mitgliedern, die zum Teil langanhaltend, zum Teil auch kurzfristig oder mit wechselnden Mitgliedern sind. Innerhalb eines Wirtschaftsraumes wie der EU, NAFTA, ASEAN oder Mercosur gelten Sonderregeln für das Meistbegünstigungsprinzip.

Cairns Gruppe
Eine Gruppe von Exporteuren landwirtschaftlicher Produkte, die für mehr Liberalisierung des Handels wirbt. Die Cairns Gruppe wurde 1986 kurz vor der Uruguay Runde in Cairns, Australien gegründet. Mitglieder sind: Argentinien, Australien, Bolivien, Brasilien, Kanada, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Guatemala, Indonesien, Malaysia, Neuseeland, Paraguay, Philippinen, Südafrika, Thailand und Uruguay.

Capping
Capping ist die Festschreibung einer absoluten Zollobergrenze, z.B. bei 100%. Dies gilt sowohl einerseits für Zölle, als auch für eine produktspezifische Grenze bei den Boxen.

Cotonou Abkommen
Dieses Abkommen ist die Erneuerung des Lomé Abkommens zwischen der EU und den AKP Staaten. Wenn auch dieses Abkommen ausläuft wollen die EU mit den AKP Staaten. Wenn dieses Abkommen 2008 ausläuft, soll es durch die "Wirtschaftpartnerschaftsabkommen" kurz WPAs ersetz werden.

De Minimis
Unter die De Minimis-Klausel fallen Subventionen, die, obwohl sie handelsverzerrend sind, von den AMS-Berechnungen ausgenommen werden. Es gibt nicht-produktspezifische De Minimis-Zahlungen (weniger als 5% des Gesamtwerts der landwirtschaftlichen Produktion) und produkt-spezifische De Minimis-Zahlungen (weniger als 5% des Wertes des entsprechenden Produktes). Während die 5% für Industrieländer gelten, wird Entwicklungsländern 10% zugestanden.

Dumping
Dumping ist der Verkauf von Produkten auf dem Weltmarkt unterhalb der Produktionskosten im Herstellungsland. Oft geschieht dies durch den Einsatz von staatlichen Subventionen (Exportsubventionen) im Herstellungsland. Dumping verzerrt den Wettbewerb. Produzenten, die keine Subventionen erhalten, eigentlich aber kostengünstiger produzieren können, werden vom Markt verdrängt. Im Weltagrarhandel sind dies oft Bauern aus Entwicklungsländern.

EPAs
European Partnership Agreements: siehe WPA

Freunde der Multifunktionalität
Eu, Japan, Schweiz, Norwegen, Südkorea, Mauritius haben sich zu der Gruppe der Freunde der Multifunktionalität zusammengeschlossen. Sie betonen die Multifunktionalität des Argrassektors, dessen Bedeutung über die wirtschaftliche Funktion hinausgeht und Bereiche wie Ernährungssicherheit und die gesellschaftliche sowie umweltpolitische  Relevanz des Agrarsektors mit einschließt.

Friedensklausel (Artikel 13: "Fällige/Notwendige Beschränkung" Due Restraint)
Die Friedensklausel setzt das Subventionsabkommen (ASCM) außer Kraft. Damit wird Ländern untersagt, ihre Märkte vor exportierenden Ländern zu schützen, die ihre Landwirtschaft innerhalb der vom Agrarabkommen festgesetzten Grenzen subventionieren. In anderen Worten: da Exportsubventionen und inländische Subventionen unter dem Agrarabkommen legal sind, verzichten importierende Länder auf ihre Rechte durch das GATT (General Agreement on Tariffs and Trade), um ihre Märkte vor subventionierten Importen zu schützen. Die Friedensklausel wird im Dezember 2003 auslaufen. Einige betrachten ihren Ablauf als einen Hebel, um sicherzustellen, dass die EU und die USA ihre Agrarpolitik weiter reformieren

G-17
Argentinien, Brasilien, Bolivien, China, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Guatemala, Indien, Mexiko, Paraguay, Péru, Philippinen, Südafrika, Thailand, Venezuela.

G 20
Die Gruppe der Zwanzig (manchmal auch G21, G22 oder G20+) ist ein Zusammenschluss von Entwicklungs- und Schwellenländern. Sie gründete sich am 20. August 2003 im Vorfeld der fünften Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Cancún, Mexiko im September 2003. Führende Mitglieder sind Brasilien, Indien und die Volksrepublik China. Die G20 äußert sich vor allem zu den Agrarverhandlungen. Ihr zentrales Anliegen ist die Durchsetzung der Agenda der Doha-Runde vom November 2001. Die G 20 fordern den Abbau von Agrarsubventionen und die Aufhebung von Importbeschränkungen für Agrarprodukte in Ländern wie den USA und in der EU. In Cancún wurde sie zu einem ernstzunehmenden Gegenspieler der Industrieländer, was zum Scheitern der Konferenz beitrug. Die Vorschläge der USA und der EU zum Abbau der Agrarsubventionen und Öffnung ihrer Märkte wurden von der G20 als unzulänglich angesehen.
Mitglieder sind: Ägypten, Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, China, Guatemala, Indien, Indonesien, Kuba, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Paraguay, Philippinen, Südafrika, Tansania, Thailand, Venezuela, Zimbabwe

G33
G-33 Länder sind ein Zusammenschluss von ca. 40 Entwicklungsländer. Sie haben Vorschläge zu den Speziellen Produkten und den Speziellen Schutzmechanismen in die WTO Verhandlungen eingebracht. Zu der Gruppe gehören Antigua and Barbuda, Barbados, Belize, Benin, Botswana, China, Elfenbeinküste, Kongo, Cuba, Dominikanische Republik, Grenada, Guyana, Haiti, Honduras, Indien, Indonesien, Jamaika, Kenia, Korea, Madagaskar, Mauritius, Mongolei, Mozambique, Nicaragua, Nigeria, Pakistan, Panama, Philippinen, Peru, Saint Kitts, Saint Lucia, Saint Vincent und die Grenadinen, Senegal, Sri Lanka, Surinam, Tansania, Trinidad and Tobago, Türkei, Uganda, Venezuela, Sambia, and Zimbabwe.

GATT
GATT ist die Abkürzung für General Agreement on Tariffs and Trade (Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen).
Es regelt seit 1947 den weltweiten Handel mit Gütern und ist ein internationales Handelsabkommen zusammen mit GATS, NAMA und Trips und dem Agrarabkommen. Ziele sind: die Senkung der Zölle, der Abbau nichttarifärer Handelsschranken und der Abbau von Subventionen - also die Liberalisierung der Märkte.

GATS
GATS ist die Abkürzung für General Agreement on Trade in Services (Allgemeines Dienstleistungsabkommen). Es ist ein internationales, multilaterales Abkommen der Welthandelsorganisation, das den grenzüberschreitenden Handel mit Dienstleistungen regelt und auf deren Liberalisierung ausgerichtet ist.

Gebundene Tarife
Gebundene Tarife sind Zölle, die auf einem bestimmten Niveau festgelegt sind. Einmal gebunden können sie nicht verändert werden.

Gelbe Box (Amber Box)
Zahlungen an Produzenten und andere inländische Subventionen, die unter den Bestimmungen des Agrarabkommens der Uruguay-Runde reduziert, aber nicht beseitigt werden sollen. In der gelben Box enthaltene Ausgaben sind den Reduktionen basierend auf dem Aggregierten Stützungsmaß ("Aggregate Measurement of Support", AMS) unterworfen. Das AMS ist eine kalkulatorische Größe, welche die staatliche Unterstützung für landwirtschaftliche Produzenten umfaßt. Ausgenommen sind lediglich jene Ausgaben, die in den anderen Artikeln des Abkommens freigestellt sind. Alle Agrarausgaben der Regierung sollten in der Gelben Box sein, außer sie entsprechen den Kriterien der anderen Boxen (Blaue oder Grüne Box). Bei der EU fällt z.B. die Marktpreisstützung in die Gelbe Box.

Green Room

Gespräche in den sogenannten Green Rooms sind ein zentrales Strukturelement der WTO. Es sind informelle Treffen, die unter Ausschluss der meisten WTO-Mitgliedstaaten stattfinden. Teilnehmer sind meist die Quad und einige wichtige Entwicklungsländer wie Indien oder Brasilien. Die Treffen finden an nicht bekannt gegebenen Orten statt. Sie dienen der Findung eines Konsenses. Gelingt dies, wird das im Green Room verhandelte Ergebnis der Ministerkonferenz vorgelegt und die übrigen Staaten können faktisch nur noch zustimmen. Nicht an den Green Rooms teilnehmende Staaten werden nicht ausreichend über die Vorgänge informiert, auch ist es schon vorgekommen, dass Staaten der Zutritt verweigert wurde. Die Green Rooms werden deshalb als intransparent kritisiert.

Grüne Box

Diese Box wird im Agrarabkommen als Anhang 2 des AoA bezeichnet. Es ist eine Liste von Direktzahlungen, die von den AMS-Berechnungen (Gelbe Box) ausgenommen sind.

Die Direktzahlungen an Erzeuger sind an nichts anderes gebunden sind als an eine feste, historische "Basisperiode" (sog. entkoppelte Zahlungen).

Handelshemmnisse
Als Handelshemmnisse können Eingriffe in Märkte und Handelsströme bezeichnet werden. Tarifäre Handelshemmnisse sind Zölle. Alle übrigen handelshemmenden Maßnahmen sind nichttarifär. Dazu zählen zum Beispiel Einfuhrquoten für Produkte und Vorschriften in der Umwelt- und Gesundheitspolitik.

Inländerbehandlung
Inländische Produkte dürfen keine bevorzugte Behandlung gegenüber ausländischen Produkten erhalten.

JULI Paket
Nachdem Scheitern der fünften WTO-Ministerkonferenz in Cancún 2003 wurden die Verhandlungen 2004 wieder aufgenommen.
Das am 1.8.2004 vom Allgemeinen Rat verabschiedete "Juli-Paket" umfasst insbesondere die Bereiche Landwirtschaft, Marktzugang bei nicht-agrarischen Produkten, Dienstleistungen und Handelserleichterung und stellte einen Rahmen dar, auf dem die weiteren Arbeiten aufbauen sollen.

LDCs
Die LDCs (Least Developed Countries) sind die 50 weltweit ärmsten, am "wenigsten entwickelten" Länder. Ihnen sollen innerhalb der WTO Verhandlungen spezielle Zugeständnisse gemacht werden.

Liberalisierung
Die Liberalisierung der Märkte ist das oberste Ziel der WTO. Dabei sollen tarifäre und nicht-tarifäre Handelsbeschränkungen abgebaut und somit einen freien Handel zwischen Staaten ermöglicht werden.

Meistbegünstigung
Das Prinzip  der Meistbegünstigung regelt, dass alle WTO- Mitglieder alle anderen Mitglieder gleich zu behandeln haben. Dies schließt vor allem Handelsvorteile mit ein. Gewährt ein Land einem Mitglied der WTO Vorteile, müssen diese auch allen Mitglieder zugestanden werden.

MERCOSUR
Freihandelsabkommen zwischen Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay.

Millenniumsentwicklungsziele

Im September 2000 verabschiedeten 150 Ländern bei einem Gipfeltreffen in New York die "Millennium Development Goals" die bis 2015 erreicht werden sollen:

Entwicklungsländer und NGOs weisen immer wieder darauf hin, dass bei dem derzeitigen Stand der Entwicklung diese Ziele nicht erreicht werden können.

Ministerkonferenz
Die Ministerkonferenz der WTO tagt in der Regel alle zwei Jahre. Jedes Mitgliedsland hat eine Stimme und es wird grundsätzlich per Konsens entschieden.
Ministerkonferenzen:
Seattle USA 1999; Doha, Katar 2001; Cancún, Mexiko 2003; Hongkong, China 2005

Modalitäten (Modalities)
Modalitäten sind Verpflichtungen, die die Regierungen eingehen. Modalitäten stellen die Sprache dar, in der die Abkommenstexte verfasst werden. Ein Beispiel für eine Modalität für Exportsubventionen ist, dass diese von einem vorgegebenen Ausgangsniveau um X Prozent über Y Jahre gekürzt werden sollten. Oder: Entwicklungsländer sollten gemäß dem SDT diese Subventionen nur um X Prozent über Y Jahre kürzen. Der Verhandlungstext umfasst diese Modalitäten. Sie legen fest, was erlaubt und verboten ist und wie Dinge geändert werden sollten. Die Modalitäten werden durch Länderlisten (Schedules) ergänzt und zusammen stellen sie das vollständige Abkommen dar.

NAFTA
Nordamerikanisches Freihandelsabkommen zwischen Kanada, Mexiko und den USA

NAMA
NAMA ist die Abkürzung für Non-Agricultural Market Access (Marktzugang im nichtlandwirtschaftlichen Bereich). Dieses Abkommen ist ein Teil des GATT-Abkommens, das den Marktzugang mit nicht-landwirtschaftlicher Produkte regelt, wobei auch Holz- und Fischereierzeugnisse Teil des NAMA sind. Das Ziel ist der Abbau von Zöllen für die Einfuhr von Industrieprodukten.

Neue Quad
Die ist eine neue Kerngruppe in den WTO-Verhandlungen. Sie besteht aus  der EU, USA, Brasilen,  Indien

Nicht-handelsbezogene Anliegen (Non-Trade Concerns - NTCs)
Die NTCs sind in der Präambel des Agrarabkommens aufgelistet. Sie beinhalten Ernährungssicherung, ländliche Entwicklung und Umweltschutz. Die EU hat Tierschutz und Öko- Kennzeichnung als nicht handelsbezogene Anliegen aufgenommen, welche sie im nächsten Schritt des Abkommens absichern wollen.

qualifizierter Marktzugang
Eine von Germanwatch und anderen NGOs geforderte Form der Marktöffnung in Europa, die soziale und ökologische Standards in den Vordergrund stellt.

Quad
EU, Kanada, USA und Japan bilden eine Verhandlungsgruppe innerhalb der WTO.

Rote Box
Maßnahmen, die vom Agrarabkommen "geächtet" werden, d.h. verboten sind. Dazu gehören z.B. nicht-tarifäre Maßnahmen, wie variable Abgaben. Diese Bezeichnung wird nur selten benutzt. Als das "General Agreement on Tariffs and Trade - GATT" (allgemeines Zoll- und Handelsabkommen) mit der Gründung 1947 in verschiedenen Runden entwickelt wurde und eine wachsende Anzahl von Entwicklungsländern dieses Abkommen unterzeichneten, etablierten die Mitgliedsstaaten in den 60er Jahren den Grundsatz, dass den Entwicklungsländern eine größere Flexibilität gewährt werden sollte, als den Industrieländern. Mit SDT werden die Nachteile der Entwicklungsländer im Welthandelssystem anerkannt. Die Ausgangsbedingungen für eine Teilhabe der ärmsten Länder am Welthandel sind aufgrund ihrer beschränkten Kapazitäten weitaus schlechter. Diese Anerkennung wird als Sonder- und Vorzugsbehandlung (= Special and Differential Treatment, SDT, SND) bezeichnet. Obwohl in vielen Abkommen, wie auch den AoA, die vorgesehenen SDT völlig unzureichend sind, verwendet die WTO weiter den Begriff SDT.

Schedules
Jedes Mitglied muss eine "Länderliste mit einem (Zeit-)Plan für Reduktionsverpflichtungen einreichen", um das Abkommen zu vervollständigen. Eine solche Länderliste stellt zum Beispiel für jedes Produkt des Abkommens das Ausgangsniveau dar, von dem aus die vereinbarte prozentuale Reduktion (Kürzung) vorgenommen wird. Es beinhaltet also die maximalen Zollwerte und die Werte nach vorgenommener Reduktion. Damit wird eine Überwachung der Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen möglich. Die Länderliste beschreibt ebenso, welches Programm in welche "Box" (siehe dort) eingeteilt wird.

Sensible Produkte
Alle Länder haben das Recht bestimmte Agrarprodukte als "sensibel" einzustufen. Der Märkte müssen für diese Produkte nicht im vollen Umfang geöffnet werden, die Zölle nicht so stark gesenkt werden Die genaue Definition der sensiblen Produkte und ihre Menge werden noch verhandelt. In den Vorschlägen werden Mengen von 1-15% genannt.

Singapur Themen
Die Singapur Themen wurden in der Ministerkonferenz in Singapur 1996 auf die Liste der zu verhandelnden Themen gesetzt. Es geht dabei um Investitionen, Wettbewerb,  Ausschreibungen im Öffentlichen Auftragswesen und Handelserleichterung. Der Streit über die Verhandelung der Singapur Themen war ein Grund für das Scheitern der Konferenz in Cancún 2003. Die Entwicklungsländer sehen in den Singapur Themen hauptsächlich die Interessen der Industrieländer vertreten.

Sonder- und Vorzugsbehandlung (Special and Differential Treatment; S&D, SDT, SND)
Als das "General Agreement on Tariffs and Trade - GATT" (allgemeines Zoll- und Handelsabkommen) mit der Gründung 1947 in verschiedenen Runden entwickelt wurde und eine wachsende Anzahl von Entwicklungsländern dieses Abkommen unterzeichneten, etablierten die Mitgliedsstaaten in den 60er Jahren den Grundsatz, dass den Entwicklungsländern eine größere Flexibilität gewährt werden sollte als den Industrieländern. Mit SDT werden die Nachteile der Entwicklungsländer im Welthandelssystem anerkannt. Die Ausgangsbedingungen für eine Teilhabe der ärmsten Länder am Welthandel sind aufgrund ihrer beschränkten Kapazitäten weitaus schlechter. Diese Anerkennung wird als Sonder- und Vorzugsbehandlung (= Special and Differential Treatment, SDT, SND) bezeichnet. Obwohl in vielen Abkommen, wie auch den AoA, die vorgesehenen SDT völlig unzureichend sind, verwendet die WTO weiter den Begriff SDT.

Spezielle Produkte
Die  Regelung für Spezielle Produkte stellen eine Forderung der Entwicklungsländer dar. Sie sollen nicht den allgemeinen Regeln zum Zollabbau unterliegen, weil sie für die Ernährungssicherheit, Existenzsicherung und der Entwicklung des ländlichen Raums in Entwicklungsländern von zentraler Bedeutung sind. Sie sollen einen Schutz ihrer lokalen und regionalen Produktion gewährleisten. Die Regelungen über spezielle Produkte sind Teil der derzeitigen Verhandlungen

Spezielle Schutzklausel (Special Safeguard - SSG)
Artikel 5 des Abkommens reserviert jenen Ländern, die zu Beginn nicht tarifäre Maßnahmen in Zölle umgewandelt haben (sog. Tarifizierung), das Recht, Schutzzölle bei Importfluten und Preisverfall zu erheben, um ihre einheimische Produktion vor diesen Marktstörungen zu schützen. Die spezielle Schutzklausel ist zeitlich begrenzt. Sie wurde eingerichtet, um inländische Industrien vor Weltmarktschwankungen zu schützen. Es sind hauptsächlich die Industrieländer, die diese Tariffizierung vorgenommen haben. Nur 21 Entwicklungsländer haben Zugang zu dieser Vorkehrung. Andere Entwicklungsländer entschieden sich, generelle Zollobergrenzen für all ihre Importe festzulegen. Mit dieser Entscheidung werden sie von dem Zugang zu den Maßnahmen der speziellen Schutzklausel ausgeschlossen.

Spezieller Schutzmechanismus (SSM)
Entwicklungsländer, die ihre Zölle nicht tarifiziert haben und somit das Recht auf die spezielle Schutzklausel nicht nutzten konnten, fordern nun eine ähnliche Schutzregelung für sich, den SSM. Diese Regelung soll die Märkte der Entwicklungsländer vor Importfluten z.B. verursacht durch Dumping schützten.

Spitzenzoll (Tariff Peak)
Ein Spitzenzoll ist ein sehr hoher Zoll auf ein bestimmtes Produkt innerhalb einer vorgegebenen Tariflinie (z.B. auf Käse, aber nicht auf Sahne oder Milchpulver). Er wird unterschiedlich definiert (z.B. > 12%)

Subventionen
Subventionen sind staatliche Unterstützungszahlungen. Sie können das Ziel haben, die Wettbewerbsstellung eines Marktteilnehmers zu verbessern, führen dadurch jedoch häufig zu Wettbewerbsverzerrungen auf dem Weltmarkt. Andererseits können sie zur der Unterstützung gesellschaftlicher, politischer und umweltbezogener Ziele beitragen.

Tarifizierung
Die Neuschöpfung des Wortes "Tarifizierung" beschreibt den Prozess der Umwandlung von nicht-tarifären Handelshemmnissen, wie variable Ausgaben und quantitative Restriktionen, in Zölle. Diese Übung wird als wesentlich von den Verhandlungspartner der Uruguay-Runde "bewertet", um Transparenz herzustellen und um weitere Senkungen der Handelsbarrieren zu ermöglichen. Es spiegelt das Interesse der Exportländer wider, die den Marktzugang maximieren wollen.

TRIPS
TRIPS ist die Abkürzung von Trade-related Aspects of Intellectual Property Rights (handelsbezogene Aspekte geistiger Eigentumsrechte) ist das WTO- Abkommen zum Schutz handelsbezogener Rechte an geistigen Eigentum. Es umfasst Bestimmungen zum Schutz von Patenten, Copyrights, Handelsmarken, etc. Besonders im Zusammenhang mit Generikamedikamenten gegen Aids wird das TRIPS-Abkommen kritisiert.

Uruguay-Runde
Die Uruguay-Runde war die achte Handelsrunde im Rahmen des GATT. Sie begann im Jahr 1986 und endete 1994 mit der Marrakesh-Erklärung zur Gründung der WTO.
Die Entwicklungsländer, die die Mehrheit der teilnehmenden Länder stellen, forderten einen besseren Marktzugang für ihre Produkte, insbesondere Textilien und Agrarprodukte, in den Industrieländern. Außerdem wurde erstmals die Forderung nach einer Senkung der wettbewerbsverzerrenden Agrarsubventionen in den Industrieländern, besonders den USA und der EU, diskutiert.
Die Forderungen der Industrieländer nach mehr Liberalisierung wurden im Wesentlichen durch das GATS (Allgemeines Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen) und das TRIPS (Handelsbezogene Aspekte des Schutzes von geistigem Eigentum) erfüllt.

WPAs
WPAs sind "Wirtschaftspartnerschaftsabkommen" , die die EU mit den AKP-Staaten als Ersatz für das 2008 auslaufende Cotonou-Abkommen verhandelt. Ihr Ziel ist die Vereinbarung von Handelsregeln, die mit den WTO Grundsätzen übereinstimmen.

WTO
Die WTO wurde am 15. April 1994 in Marrakesch, Marokko gegründet und trat am 1. Januar 1995 in Kraft. Sie stellt den institutionellen Rahmen für die einzelnen Verträge GATT, und TRIPS, die aus der Uruguay-Runde hervorgingen. Das Ziel der WTO ist der Abbau von Handelshemmnissen und die Liberalisierung des internationalen Handels. Die WTO hat mittlerweile 149 Mitglieder, darunter mehr als 100 Entwicklungsländer. Die Ministerkonferenz, der Allgemeine Rat und das Sekretariat sind die der drei Hauptorgane der WTO. Jedes Land, dass der WTO betritt oder beigetreten ist verpflichtet sich zur Einhaltung einiger Grundregeln  der Meistbegünstigung, Inländerbehandlung und Transparenz hinsichtlich der Offenlegung aller  Beschränkungen des Außenhandels.

Zolleskalation (Tariff escalation)
Unter Zolleskalation versteht man das Ansteigen der Zollbelastung mit der Verarbeitungsstufe eines Produkts (z.B. höhere Zölle für Schokolade als für Kakao).

Zollquoten (Tariff Rate Quotas)
Zollquoten regeln den Mindestmarktzugang durch die Festlegung eines bestimmten Importvolumens äquivalent zu 5% des Inlandsverbrauchs. Dieser Import muss zu einem Zollsatz erfolgen, der die Güter konkurrenzfähig gegenüber der Inlandsproduktion macht. Damit sollte Druck auf jene Länder ausgeübt werden, die als Ergebnis der Tarifizierung hohe Zölle hatten, so dass ein gewisses Maß an Handel sichergestellt wurde.


zuletzt geändert am 10.12.05