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Zuckerhandel: Perspektiven aus Tansania und Mosambik

Kurzbericht von der Diskussionsveranstaltung am 9.11.05 in Bonn
 

Unter dem Titel "Der Zuckerhandel aus der Perspektive von Zuckerrohrbauern in Tansania und Mosambik" organisierte Germanwatch am 9. November eine Veranstaltung im Rahmen des Zuckerdialogs. Herr Matango, Chairman der Mtibwa Outgrowers Association, berichtete über die Lage in der Morgoro-Region in Tanzania. Deutlich wurde, dass schon das geringe Exportvolumen von 5% in die EU ausreicht, um Schulen, Krankenhäuser und Infrastruktur durch das erwirtschaftete Geld weiter zu entwickeln.

Die Situation, in einem vom Krieg schwer gezeichnetem Land, beschrieb Rev. Dinis Matsolo vom Cristian Council of Mozambique. Um geflüchtete Menschen aus den überfüllten Städten wieder aufs Land zu bringen, sei Zuckerrohr DIE Lösung. Laut Matsolo gelingt es der Zuckerindustrie zunehmend mehr Menschen aufzunehmen und zu versorgen. Es bestehe sogar ein erhebliches Potential für Produktionssteigerungen. Durch die EU-Reform sieht er diese Entwicklung jedoch in Gefahr. Wichtig seien daher eine längere Übergangsfrist und Unterstützungsmaßnahmen.

Mit den beiden Referenten aus Tanzania und Mosambik diskutiert haben Vertreter der Süßwarenindustrie, der heimischen Zuckerwirtschaft, der Wissenschaft und Entwicklungspolitik. Projektleiterin Kerstin Lanje zieht als Fazit: "Die negativen Folgen der europäischen Zuckermarktordnung für die betroffenen Zuckerrohranbauer sind sehr deutlich geworden. Reformvorschläge, die sozial und ökologisch nachhaltig sind, können nur im Dialog mit den Betroffenen entwickelt werden."

Kerstin Lanje
 


zuletzt geändert am 23.11.05