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> Nr. 4/04
Katastrophenschutz für die Ärmsten
Eine Klimaversicherung für die
Landbevölkerung in Entwicklungsländern ist notwendig!
Immer mehr Menschen weltweit sind
direkt von Wetterkatastrophen betroffen: In den 70er Jahren waren es "nur"
700 Millionen Menschen, in den 90ern schon zwei Milliarden. Dabei sind
gerade die, die am wenigsten Treibhausgase freigesetzt haben, dem globalen
Klimawandel besonders schutzlos ausgesetzt - vor allem die Landbevölkerung
in Entwicklungsländern. Diese gilt bei Versicherungsunternehmen wegen
fehlender Kaufkraft aber als "nicht versicherbar". Wie kann eine "Klimaabsicherung
für die Nichtversicherbaren" aussehen? Im Rahmen der "Klima-AUSBADE-Kampagne"
hat Germanwatch einen Diskussionsprozess gemeinsam mit Betroffenen, Politik,
Versicherungsindustrie, UN-Klimasekretariat, Wissenschaftlern und Umweltorganisationen
initiiert und vorangetrieben. Auch weiterhin sind alle Vertreter aus Politik,
Wirtschaft und Zivilgesellschaft eingeladen, sich an diesem konstruktiven
Prozess zu beteiligen. Mögliche Eckpunkte eines Absicherungssystems
sind:
-
Der Anspruch könnte sich auf die
weitestmögliche Schadenswiedergutmachung der besonders betroffenen
Bevölkerung sowie auf den Wiederaufbau der Infrastruktur beziehen.
-
Der Anspruch könnte dreifach begrenzt
sein: auf besonders verletzliche Regionen und Staaten; diese müssen
dem Entwicklungsstand entsprechende Vorsorgemaßnahmen unternommen
haben; und die Katastrophe muss die regionale Leistungsfähigkeit übersteigen.
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Die Versicherungssysteme könnten
mit Kleinkredit-Systemen verknüpft werden.
-
Die Finanzierung sollte aus einem internationalen
Topf erfolgen. Neben der finanziellen und technischen Leistungsfähigkeit
der verschiedenen (Industrie)-staaten könnte der Treibhausgas- Ausstoß
ein wichtiges Kriterium dafür sein, wer wieviel in den Topf einzahlen
muss.
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Als Finanzierungsquelle kämen etwa
eine internationale Kerosinabgabe, die Nutzung von Versteigerungserlösen
aus Emissionshandelssystemen oder eine Versicherungsabgabe auf den Ausstoß
von CO2 in Frage.
Ein pragmatischer erster Schritt der
Europäischen Union könnte es sein, die Gelder des nach der Flutkatastrophe
an der Elbe eingerichteten Katastrophenfonds auch für klimabedingte
Katastrophen im Nachbarkontinent Afrika zur Verfügung zu stellen.
Christoph Bals
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zuletzt geändert
am 10.12.04