"Wir sind zur Kooperation verurteilt",
sagte Bundesaußenminister Joschka Fischer am 27.4. bei der Vorstellung
des Berichts zur Lage der Welt 2005 im Auswärtigen Amt in Berlin vor
mehreren hundert Zuhörern - darunter zahlreiche Vertreter der Berliner
Politik, internationaler staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen,
Diplomaten und Wissenschaftler. Um Frieden und Sicherheit weltweit zu erreichen,
müssten arme und reiche Nationen zusammenarbeiten, ebenso wie die
verschiedenen Politikbereiche, betonte der Außenminister. Demokratie,
Umweltschutz, Armutsbekämpfung und Menschenrechte seien entscheidend
für eine friedliche, sichere Welt.
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Chris Flavin (Worldwatch), Anja Köhne (Germanwatch), Ralf Fücks (Heinrich-Böll-Stiftung) und Außenminister Joschka Fischer bei der Vorstellung des Berichts zur Lage der Welt im Auswärtigen Amt |
Damit unterstützte Fischer ein erweitertes Verständnis von Sicherheit, das im neuen Bericht zur Lage der Welt mit dem Titel "Globale Sicherheit neu denken" gefordert wird. Der vorherrschende Sicherheitsbegriff, der auf militärische Aspekte verengt ist, wird darin kritisiert. Fischer bezeichnete den Bericht als "Standardwerk in der Debatte der nachhaltigen Entwicklung".
Wahre Achse des Bösen
Armut, Krankheiten und Umweltzerstörung seien die wahre "Achse des Bösen", die man bekämpfen müsse, verlangte Chris Flavin, Direktor des Washingtoner Worldwatch Institutes, in seiner Rede. Und Anja Köhne, Vorstandsmitglied von Germanwatch, betonte in der Abschlussrede die Notwendigkeit einer kohärenten EU-Politik in den Bereichen Sicherheit, Umwelt, Energie, Verkehr und Landwirtschaft.
Nachmittags beim "Politischen Dialog" im Auswärtigen Amt - mit rund hundert Teilnehmern - war unter den Vertretern verschiedener Ministerien und Organisationen auch Michael Windfuhr, Vorsitzender von Germanwatch, auf dem Podium. Er setzte sich mit Nachdruck für eine staatliche deutsche und europäische Entwicklungspolitik ein, die die Armen, Hungernden und Marginalisierten wirklich erreicht - dies sei bis jetzt oft nicht der Fall gewesen.
Zum Abschluss des Tages fand abends eine von Germanwatch mitorganisierte öffentliche Podiumsdiskussion in der Galerie der Heinrich-Böll- Stiftung statt: Chris Flavin, Angelika Beer (MdEP der Grünen), Ralf Fücks (Heinrich-Böll-Stiftung) und Anja Köhne diskutierten zum Thema "Mars, Venus... und die Erde: Ein transatlantischer Dialog zum Bericht zur Lage der Welt 2005".
Ralf Willinger
Worldwatch Institute (Hrsg.) in Zusammenarbeit mit der Heinrich- Böll-Stiftung und Germanwatch: Zur Lage der Welt 2005 - Globale Sicherheit neu denken.
Verlag Westfälisches Dampfboot,
Münster 2005, 300 Seiten, 19,90 Euro. ISBN 3-89691-614-9. Erhältlich
im Buchhandel. Die deutsche Ausgabe enthält zusätzliche Kapitel
zum erweiterten Sicherheitsbegriff der EU-Politik sowie zu Geschlechterfragen
und Sicherheit.
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