|
Editorial Liebe Leserin, lieber Leser, Die Hälfte aller Hungernden weltweit sind Kleinbauern, die von den Erlösen ihrer Produkte kaum leben können. Sie werden sowohl von der nationalen als auch von der internationalen Agrarpolitik vernachlässigt. Die nationalen Budgets für ländliche Entwicklung wurden zwischen 1995 und 2005 im Durchschnitt aller afrikanischen Länder halbiert. Ähnlich erging es der bi- und multilateralen Entwicklungszusammenarbeit für ländliche Räume. Die Förderung von Kleinbauern im ländlichen Raum ist so fast zum Erliegen gekommen. Wenn unter diesen Vorzeichen die lokalen Märkte schnell geöffnet werden, wie es derzeit in der Welthandelsorganisation und den Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPAs) zur Verhandlung steht, werden die Kleinbauern chancenlos in einen Wettbewerb mit den weltweit günstigsten Anbietern geschickt. Germanwatch fordert deshalb von der deutschen und europäischen Politik, diese Entwicklungen dringend zu überdenken. Sie sind herzlich eingeladen, in dieser Zeitung mehr über die Zusammenhänge zu lesen und sich an unserer Aktion zu beteiligen. Michael Windfuhr
|
Diese Zeitung erschien am 18. Juni 2007 als Beilage in der taz
Redaktion: Dörte Bernhardt (V.I.S.d.P.), Anika Busch, Gerold Kier, Klaus Milke
Diese Ausgabe wurde gefördert
durch das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ) und die Europäische Union. Hier vertretene Standpunkte
geben die Ansicht der Herausgeber bzw. der Interviewpartner wieder und
müssen nicht unbedingt die offizielle Meinung unserer Förderer
darstellen.