| Das Bewusstsein für die direkten
Risiken des Klimawandels wächst. Stürme, stärkere Regenfälle
oder fehlendes Kühlwasser bei Hitzewellen können auch für
Unternehmen erhebliche Konsequenzen mit sich bringen. In den vergangenen
Jahren haben viele Unternehmen durch ihre konsequente Lobbyarbeit gegen
Klimaschutzgesetze allerdings gezeigt, dass sie noch mehr Sorgen wegen
der Risiken der Klimagesetze für ihre Bilanzen haben. Eine ernsthafte
Klimaschutzgesetzgebung bedeutet eine gezielte Umlenkung großer Finanzströme
bereits in den kommenden zwei Jahrzehnten. In jüngster Zeit aber versuchen
immer mehr Unternehmen, diese Risiken in Chancen zu verwandeln: etwa, indem
sie in Energieeffizienz und Erneuerbare Energien investieren oder indem
sie neue Geschäftsmodelle für klimafreundliche Dienstleistungen
entwickeln. Plötzlich wird das vermeintliche Risiko zum handfesten
Wettbewerbsvorteil.
Ist der Finanzsektor darauf eingerichtet, zu analysieren und zu bewerten, welches Unternehmen sich auf Klimaschutzgesetze einstellt und damit Risiken in Chancen verwandelt? Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekt "Mainstreaming von Klimarisiken und -chancen im Finanzsektor" arbeitet Germanwatch an Methoden, um Klimachancen und -risiken bei der Bewertung von Unternehmen angemessen zu berücksichtigen. Projektpartner sind das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), die Universität Potsdam, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Zusammen mit Finanzdienstleistern wie der Münchener Rück, der WestLB, der Hypovereinsbank und Allianz Global Investors werden Werkzeuge entwickelt, um einige methodische Lücken bei der Finanzanalyse zu schließen. Ein Baustein mehr damit der Finanzmarkt eine Hebelwirkung für den Klimaschutz entwickeln kann. Miriam Brenck Mehr Informationen zum Projekt finden Sie unter www.climate-mainstreaming.net |
Solarthermische Kraftwerke sind wichtige Projekte einer nachhaltigen Energiewirtschaft. Foto: Solar Millenium AG, Erlangen (2007) |