Wissenschaftliche Erkenntnisse, die im IPCC-Bericht fehlen

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Wissenschaftliche Erkenntnisse, die im IPCC-Bericht fehlen

Die Erstellung eines IPCC-Berichts durchläuft einen dreistufigen Begutachtungsprozess, der sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Daher war bereits im Jahr 2013 der letzte Zeitpunkt, zu dem neue wissenschaftliche Publikationen für den Fünften IPCC-Sachstandsbericht berücksichtigt werden konnten.

Das World Resources Institute (WRI) hat nun untersucht, welche neuen wissenschaftlichen Aussagen aus diesem Grund nicht mehr in den Bericht des Weltklimarates aufgenommen werden konnten.

Germanwatch übersetzt Auszüge aus „9 Significant Scientific Findings too Recent to Be Included in the New IPCC Report“ des WRI.

„Der Weltklimarat IPCC wird am kommenden Wochenende mit dem Synthesebericht einen Meilenstein verabschieden. Dieser Bericht [...] unterstreicht drei zentrale Sachverhalte zum Klimawandel: Er geschieht jetzt, betrifft bereits heute weltweit menschliche Gemeinschaften und Ökosysteme, und die schlimmsten Auswirkungen können noch vermieden werden, wenn wir jetzt handeln. [...]

Seit 2013 [...] wissenschaftlich neu erschienen:

- Der Teil der Amundsen-See des Westantarktischen Eisschildes (WAIS) hat einen Kipp-Punkt erreicht und befindet sich in einem Prozess eines irreversiblen Kollapses. [...]

- Der nordöstliche Teil des Grönland-Eisschildes, der 16 % des gesamten Eisschildes umfasst, war für etwa das letzte Viertel des 20. Jahrhunderts als stabil angesehen worden. Neue Analysen ergaben hingegen [...] eine Eisschmelze in einer alarmierenden Rate im letzten Jahrzehnt.

- Während die Verbindung zwischen menschengemachter Erwärmung und im Jahr 2013 analysierten spezifischen Trockenheiten, Starkniederschlagereignissen und Stürmen noch unklar bleib, liegen nun überwältigende Beweise vor, die eine Verbindung von menschengemachter Erwärmung und der Ausprägung sowie der Wahrscheinlichkeit von Hitzewellen des Jahres 2013 in Australien, China, Europa, Japan und Korea herstellen. [...]

- Die Welt erlitt im Jahr 2013 laut „Climate Central“ 261 wetterbezogene Katastrophen und rekordverdächtige 41 Extremwetterereignisse, wobei jedes mit zumindest 1 Mrd. US$ Schäden verbunden war. [...]

- Neun der zehn wärmsten gemessen Jahre waren nach dem Jahr 2000. 2013 war das 37. Jahr in Folge, in dem die Weltmitteltemperatur über dem Durchschnitt lag, und bis jetzt war die Periode von Januar bis September des Jahres 2014 ähnlich wie im Jahr 1998, dem bisher überhaupt wärmsten gemessenen Jahr.

[...] Der weltweite wissenschaftliche Konsens, den der jüngste IPCC-Bericht darstellt, und jüngste wissenschaftliche Entwicklungen wie die oben aufgeführten sollten die Alarmglocken läuten lassen. Die Auswirkungen der Klimaänderung sind von einer theoretischen und entfernten Bedrohung zu einem Problem geworden, das bereits heute die Menschen rund um die Welt betrifft. [...]“
  

Quelle: http://www.wri.org/blog/2014/10/9-significant-scientific-findings-too-recent-beincluded-new-ipcc-report