Meldung | 19/05/2020 - 10:37

Aus der Krise lernen: Digitale Zivilgesellschaft stärken!

Germanwatch fordert zusammen mit 78 anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen eine Stärkung der digitalen Zivilgesellschaft sowie den Aufbau eines gemeinwohlorientierten digitalen Ökosystems.
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Die großen Technologiekonzerne wie Google oder Facebook haben von der Corona-Krise profitiert: Die Verlagerung des Lebens in die digitale Sphäre beschert ihnen größere Marktanteile, Nutzungszahlen und Datensammlungen. Um in Krisenzeiten nicht von ihnen abhängig zu sein, braucht es ein aktives digitales Ökosystem, das echte Wahlmöglichkeiten bietet.

Das Gute ist: Es gibt bereits ein weitreichendes Netz an Menschen und Organisationen, die gemeinsam an dezentraler und damit widerstandsfähiger digitaler Infrastruktur arbeiten und so die Grundlage dafür schaffen, dass wir in der nächsten Krise besser aufgestellt sind. Sie arbeiten an freiem Zugang zum Internet, an der Bereitstellung von sicheren Kommunikationswegen, an Angeboten zu Freiem Wissen und an Open-Data- und Freien-Software-Anwendungen.

Der Zugang zu Wissen und digitalen Werkzeugen entscheidet, wer in Zukunft mitgestalten kann und wer abgehängt wird. Zivilgesellschaftliche Organisationen, die die Digitalisierung kritisch begleiten, freien Zugang zu Wissen ermöglichen und Ideen für eine digitale Infrastruktur entwickeln, sind gerade in der Krise essenziell.

Um den Erhalt eines gemeinwohlorientierten digitalen Ökosystems zu fördern, schlagen wir folgende konkrete Maßnahmen vor:

  • ein klares Bekenntnis der Politik, zivilgesellschaftliches Wissen und zivilgesellschaftliche Kompetenzen zu nutzen
  • eine vom Bund geförderte Stiftung öffentlichen Rechts, die Entwicklung, Wartung und Bereitstellung digitaler Technologien für die Gesellschaft fördert
  • eine Verpflichtung, dass mit öffentlichen Geldern erarbeitete Inhalte offen zugänglich und weiterverwendbar sein müssen
  • die Förderung eines breiten Ökosystems von Betreibern digitaler Infrastruktur und den Abbau von Betreibermonopolen
  • den konsequenten Einsatz von offenen Standards, Freien- und Open-Source-Software-Technologien

Die Corona-Krise zeigt noch einmal deutlich, wie abhängig die gesamte Gesellschaft von der digitalen Infrastruktur ist – und dennoch liegt sie in der Hand von Wenigen. Das müssen wir verändern!

Die gesamte Erklärung ist hier zu finden: https://digitalezivilgesellschaft.org/

AnsprechpartnerInnen

Referent für Energiewendeforschung und Digitale Transformation
+49 (0)30 / 28 88 356-72