Meldung | 02/02/2015 - 11:09

"Clean India" bringt Hoffnung und Herausforderungen

Germanwatch beim 2. Indisch-Deutschen Umweltforum in Delhi
Foto Zweites Deutsch-Indisches Umweltforum

Klaus Milke, Germanwatch; Rixa Schwarz, Germanwatch; Umweltministerin Barbara Hendricks; Olaf Tschimpke, NABU (v.l.n.r.)

Zwei Tage lang berieten ExpertInnen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Stadtentwicklung, Wasser, Ressourceneffizienz sowie Abfall- und Kreislaufwirtschaft. Nach dem ersten Umweltforum im Jahr 2008 waren diese Gespräche längst überfällig.

Die festgelegten Themen entsprachen den Schwerpunktsetzungen der indischen Regierung, doch das Klimathema und gleichzeitig das Problem der Überwindung der Ungleichheiten und der Armut waren ständig mit im Raum. Ebenso die Notwendigkeit, dass Indien und die EU als zentrale Player global noch sehr viel in Richtung ambitionierter Treibhausgasreduzierungen vor dem Klimagipfel in Paris Ende des Jahres tun müssen.

Germanwatch-Vorstandsvorsitzender Klaus Milke war zusammen mit NABU-Chef Olaf Tschimpke als NGO-Vertreter von Umweltministerin Barbara Hendricks eingeladen worden, sie in ihrer Delegation zu begleiten. Rixa Schwarz, Referentin für Klima und Sicherheit und Indienexpertin bei Germanwatch, nahm ebenso teil (s. Foto oben).

Ein zentrales Programm der Modi-Regierung sei „clean water, clean air and clean energy unter der neuen nationalen 'Clean India Mission'“ sagte der indische Umweltminister Prakash Javadekar zur Eröffnung. Hendricks unterstrich die strategische Bedeutung der deutsch-indischen Zusammenarbeit gerade auch für die globalen Prozesse und wie wichtig es sei, die beiden Hauptziele Wohlstandsmehrung und Armutsbekämpfung sowie die Beachtung der planetarischen Grenzen gleichzeitig zu verfolgen. In den vielen Gesprächen mit indischen Vertretern, mit Forumsteilnehmern aus der Wirtschaft und insbesondere mit indischen NGO-Vertretern wurde deutlich, wie enorm die Potenziale des Subkontinents und der größten Demokratie der Welt sind. Doch auch, welche gewaltigen Herausforderungen im eigenen Land bewältigt werden müssen.

Ministerpräsident Modi wird Mitte April bei der "Hannover Messe" für Industrie auf Kanzlerin Merkel treffen. Es wäre wünschenswert, wenn beide sich dann auf kraftvolle Impulse für den Klimagipfel in Frankreich verständigen. Aber auch das "Deutsch-Indische Energieforum" in Neu Delhi vom 11.-13. Februar sollte entsprechend genutzt werden. Vor allem die konkrete Zusammenarbeit im Bereich der Erneuerbaren könnte vertrauensbildende Impulse setzen. Über diese Fragen gab es in Delhi noch ein ausführliches Direktgespräch der NGO-Vertreter mit Ministerin Hendricks.

Drei deutsch-indische Arbeitsgruppen werden nun an den wichtigsten Themen weiterarbeiten. Ein nächstes Umweltforum soll nun schon in zwei Jahren – und dann in Deutschland – stattfinden. In einem gemeinsamen Projekt mit den indischen NGOs (CANSA) wird Germanwatch durch Rixa Schwarz diese Potenziale zur indo-deutschen Zusammenarbeit besonders in diesem zentralen Jahr weiter fördern.


Einen Tag vor dem Umweltforum trafen sich VertreterInnen deutscher und indischer NGOs, um die Möglichkeiten einer verstärkten Zusammenarbeit im Bereich Nachhaltigkeit für Umwelt und Klima auszuloten.


Die Teilnehmer des NGO-Treffens: Arunabha Ghosh, Council on Energy, Environment an Water; Rixa Schwarz, Germanwatch; Leena Srivastava, TERI; Klaus Milke, Germanwatch; Ashok Khosla, Development Alternatives; Olaf Tschimpke, NABU; Sanjay Vashist, Climate Action Network South Asia und Srinivas Krishnaswamy, Vasudha Foundation (v.l.n.r.).

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Klimapolitik
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