Argumentationslandkarte: Der Ausbau der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen

Eines der größten Ausbauvorhaben im deutschen Übertragungsnetz sind die derzeit geplanten Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜs) wie SuedLink, SuedOstLink und Ultranet. Diese sollen zukünftig Strom, der durch Windkraft im Norden produziert wird, über weite Strecken verlustarm in den Süden transportieren. Die Argumentationslandkarte auf dieser Seite beschäftigt sich insbesondere mit der Debatte, ob/warum HGÜs gebaut werden sollten oder nicht. Es ist ihr Ziel, die verschiedenen komplexen Argumente und Thesen zum Thema darzustellen, ohne diese zu bewerten.

Anliegen und inhaltliche Breite

Die Karte soll einen möglichst umfänglichen und geordneten Überblick über die Debatte geben und ermöglicht eine Vernetzung sonst parallel stattfindender Debatten: Denn in der Karte werden sowohl politische als auch wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Argumente vorgestellt und inhaltliche Zusammenhänge sichtbar gemacht. Es finden sich damit Argumente und Thesen von ganz unterschiedlichen Stakeholdergruppen, wie beispielsweise Bürgerinitiativen, Politiker*innen, Netzbetreibern und Wissenschaftler*innen.  

Die verschiedenen Argumente werden dabei in Bezug zueinander gesetzt, sodass ihre Rolle in einer Debatte klar ersichtlich wird. Einzelne Argumente können dabei andere Argumente stützen oder angreifen, also Pro- oder Contra-Argumente für andere Argumente sein. Außerdem werden die Argumente in Themenblöcke zusammengefasst, sodass ein Überblick über einzelne Unterthemen der Debatte möglich wird. In der Debatte über die Notwendigkeit der HGÜs umfassen diese beispielsweise Argumente zum Natur- und Landschaftsschutz, zum Netzentwicklungsplan, zum EU-Binnenhandel und zur dezentralen Energiewende.


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Argumentationslandkarte HGÜ Zoomversion 09-2022

Lesehilfe zur Argumentationslandkarte

Lesehilfe

Die zentrale These „Die dezentrale Energiewende ist erstrebenswert“ steht in der Mitte der Argumentationslandkarte und bildet den Startpunkt der Debatte. Von ihr ausgehend verästelt sich die Debatte. Man liest die Karte damit entgegengesetzt der Pfeilrichtung. Durch die Pfeile werden Pro- und Contra-Argumente gegeben. Die roten Pfeile zeigen an, dass ein Argument ein anderes angreift, also behauptet, dass eine Annahme/eine Prämisse in diesem Argument nicht korrekt ist. Die grünen Pfeile zeigen an, dass ein Argument ein anderes stützt, also Gründe angibt, warum die Annahmen/Voraussetzungen dieses Arguments korrekt sind. Die blauen Felder zeigen auf, welche Argumente im Diskussionspapier durch wissenschaftliche Literaturrecherche geprüft wurden (Kapitel 4 im Diskussionspapier). Die orangenen Kreise zeigen die identifizierten Zielkonflikte (Kapitel 5 im Diskussionspapier). Zu guter Letzt werden beispielhaft Lösungsstrategien der Zielkonflikte aufgezeigt (orange Umrandung), die im Dialog mit gesellschaftlichen Akteur*innen identifiziert wurden (Kapitel 5 und 6 im Diskussionspapier).

Nutzungsbedingungen

Die Quelldatei (GraphML) der Argumentationslandkarte wird Ihnen hier unter einer CC BY-NC-SA Lizenz (Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergebe unter gleichen Bedingungen) zur Verfügung gestellt. Nähere Auskünfte zu den CC-Lizenzen finden Sie hier.

Real name

Referentin für Stromnetze und Erneuerbare Energien
+49 (0)228 / 60 492-28

Die Karte als lebendes Dokument

Die Karte ist Resultat einer Vielzahl von Stakeholderdialogen im Zuge des Germanwatch/Renewables Grid Initiative-Projekts „Debatte Stromnetze gestalten“ sowie der Lektüre wissenschaftlicher Literatur. Das macht sie zu einem lebenden Dokument, das jederzeit ergänzt und neu geordnet werden kann. Feedback ist gerne erwünscht. Finden Sie etwas nicht richtig wiedergegeben oder fehlt Ihnen ein Argument, schreiben Sie an kleis@germanwatch.org.