Meldung | 09.02.2016

Notstand ausgerufen in einem Leben permanenter Gefahr

Aktuelle Nachrichten aus Huaraz
Flut Gefährdungskarte Huaraz

Die Gefährdungskarte zeigt rot unterlegt die Stadtbereiche, die besonders von Hochwasser und einer Flut aus dem Gletschersee Palcacocha bedroht sind (gelber Pfeil in der Stadtmitte markiert das Wohnhaus der Familie Luciano Lliuya).

Bei aller Genugtuung, dass die Klage vom Landgericht Essen angenommen wurde: das Flutrisiko für die Menschen in der Andenstadt Huaraz ist permanent gegeben. Da in der letzten Zeit Regenfälle ausgeblieben und Gletscher stärker abgeschmolzen sind, ist der Wasserstand im Gletschersee Palcacocha um 2 m gestiegen. Daraufhin wurde einmal wieder der Notstand ausgerufen, auch um nationale Gelder für zwei zusätzliche Abpumprohre zu bekommen. Die damit geplanten Aktivitäten reichen aber in keiner Weise dafür aus, die große Gefährdung der bis zu 20.000 BewohnerInnen und ihres Besitzes in dem besonders bedrohten Stadtbereich La Florida, in dem auch Saúl Luciano Lliuya und seine Familie ihr Haus haben, wirklich abzuwenden.

Einmal mehr wird deutlich, dass angesichts dieser Bedrohungslage - neben unserer aktuellen Unterstützung für Saúl Lucianos Klage gegen RWE - schon JETZT die Regierung, die  Regionalregierung sowie die örtlichen Instanzen in Huaraz aufgefordert werden müssen, um

  • funktionierende Early Warning-Systeme vorzuhalten,
  • realistische Evakuierungspläne zu entwickeln,
  • an der Lagune zusätzliche Sicherungsmaßnahmen durchzuführen,
  • die Menschen vor Ort zu informieren und zu organisieren.

Auch die betroffenen Menschen vor Ort denken darüber nach, wie sie ein lokales Klimaschutz- und Awareness-Buildung-Projekt aufbauen können, das dann allerdings zusätzliche Ressourcen und wahrscheinlich ebenfalls unsere Unterstützung benötigt. Gleichzeitig benötigt Saúl Luciano weiterhin Hilfe in Form von Spenden, um seine Klage gegen RWE voranzutreiben. So wollen er und seine Mitbürger sicherstellen, dass das Flutrisiko nachhaltig verringert wird und RWE für seinen Beitrag zum Klimawandel zur Rechenschaft gezogen wird.

Wir berichten, sobald neue Entwicklungen ersichtlich sind!


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