Pressemitteilung | 28.03.2019

Mut zum Handeln: Auszeichnung für Klimaklagen-Familie aus Langeoog

Zeit Wissen-Preis „Mut zur Nachhaltigkeit“: Familie Recktenwald in der Kategorie „Handeln“ ausgezeichnet / "Bestätigung und Motivation zugleich"
Pressemitteilung

Hamburg (28. März 2019). Familie Recktenwald aus Langeoog ist heute mit dem ZEIT WISSEN-Preis "Mut zur Nachhaltigkeit" in der Kategorie Handeln ausgezeichnet worden. Die Recktenwalds klagen gemeinsam mit neun weiteren Familien und einem Jugendverband derzeit vor dem Gericht der Europäischen Union gegen die zu schwache Klimapolitik der EU. Sie sehen dadurch ihre Grundrechte bedroht. Den Preis verleihen die Träger der Initiative »Mut zur Nachhaltigkeit«, insbesondere die Stiftung Forum für Verantwortung von Klaus Wiegandt, das Magazin ZEIT WISSEN des Zeitverlags und die Aurubis AG aus Hamburg. Er würdigt engagierte Unternehmen oder Initiativen, die einen herausragenden Beitrag im Bereich nachhaltiger Entwicklung leisten. Die Unternehmerin und Autorin Sina Trinkwalder sagte in ihrer Laudatio im Namen der Jury an das Ehepaar Recktenwald gewandt: "Ihnen gebührt unser aufrichtiger Respekt, wir wünschen viel Kraft und Durchhaltevermögen. Ihr seid nicht allein!"

Familie Recktenwald freute sich sehr über die renommierte Auszeichnung. „Wir klagen stellvertretend für viele besonders von der Klimakrise betroffene Menschen und die künftigen Generationen für ernsthaftere Klimaziele. Dieser Preis ist für uns Bestätigung und Motivation zugleich. Er gibt uns Mut, das Engagement für unsere Grundrechte beherzt fortzusetzen“, sagte Michael Recktenwald.

Die Recktenwalds sind direkt von den Folgen der Klimakrise betroffen, zum Beispiel in Bezug auf die Wasserversorgung. „Die zunehmenden Sturmfluten und der Anstieg des Meeresspiegels gefährden unsere Trinkwasservorkommen auf der Insel“, erklärte Maike Recktenwald. „Die EU könnte durch eine entschlossene Klimapolitik die durch den Klimawandel wachsenden Gefahren begrenzen.“ Dies ist der Grund für die Klage von zehn Familien aus Europa, Kenia und den Fidschi-Inseln für eine zukunftsorientierte Klimapolitik der Europäischen Union. Die Klimaziele seien zu schwach und schützten damit nicht ausreichend die Grundrechte auf Leben, Gesundheit, Berufsfreiheit, Eigentum sowie das Grundrecht der Kinder auf persönliche Entfaltung. Die Klage zielt auf eine Verschärfung der Klimaziele der EU, denn diese setzt den Rahmen für die Klimapolitik aller Mitgliedsstaaten, deren Folgen die Menschen in und außerhalb der EU betreffen.

Entscheidung des Europäischen Gerichts zum weiteren Vorgehen wird in Kürze erwartet

Die Klägerfamilien haben im Mai vergangenen Jahres die Klage eingereicht. Das Europäische Parlament und Rat der EU haben im Oktober auf die Klage reagiert und Klageabweisung wegen angeblicher Unzulässigkeit beantragt. Die Entscheidung des Gerichts, ob die Klägerfamilien eine Stimme vor Gericht erhalten und ihr Anliegen vortragen können, wird in Kürze erwartet.

Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch und die NGO Protect the Planet unterstützen die deutsche Familie und das internationale Netzwerk der Klägerinnen und Kläger. Der Germanwatch-Vorstandsvorsitzende Klaus Milke zählte heute zu den ersten Gratulanten: "Wir freuen uns sehr, dass der Preis Engagement und Mut dieser Familie auszeichnet. Es ist wichtig, dass Menschen für ihre Grundrechte einstehen und auch lange Wege in Kauf nehmen. Familie Recktenwald hat gemeinsam mit den anderen Klägerinnen und Klägern schon jetzt viel erreicht: Die Klimakrise wird endlich als Gefahr für die Grundrechte vieler Menschen auch in Europa diskutiert."

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