Meldung | 23.11.2022

Antibiotika in der Tierhaltung: Strategieentwurf muss nachgebessert werden

Stellungnahme zum Entwurf des Strategiepapiers zur nächsten Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2030)
Titelbild der Stellungnahme

Die Bundesministerien für Gesundheit (BMG), für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie für Bildung und Forschung (BMBF) arbeiten aktuell an einer neuen Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2030). Darin sollen die wichtigsten Maßnahmen zur Bekämpfung von Resistenzen gegen Antibiotika festgehalten werden. Das entspricht den Vorgaben des 2015 von der Weltgesundheitsversammlung verabschiedeten „Global Action Plan on Antimicrobial Resistance“ (GAP-AMR), der bereits von der vorherigen Strategie aufgegriffen wurde (DART 2020). Neu beim diesmaligen Verfahren ist, dass zunächst ein Strategiepapier mit notwendigen Handlungsfeldern und Zielen erstellt werden soll und anschließend noch ein Aktionsplan zur Zielumsetzung und -erreichung.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und Germanwatch kritisieren in einer gestern beim BMEL eingereichten Stellungnahme die veterinärmedizinischen – und damit die industrielle Tierhaltung betreffenden – Abschnitte des Strategieentwurfs als ungenügend.

So fehlen etwa deutliche Zielsetzungen für die Reduktion der Infektionserkrankungen in den Ställen und auch die Nennung schon grundlegender Maßnahmen und Indikatoren zur Erreichung des generellen Antibiotika-Reduktionsziels von minus 50% bis 2030. Besonders bedenklich ist zudem, dass weder der hochproblematische Einsatz von Reserveantibiotika noch hochverbrauchende Betriebe und Branchen wie die Geflügel- und Kälbermast explizit adressiert werden. Auch in anderen Punkten muss der Strategieentwurf noch deutlich nachgebessert werden, um letztlich auch als starke Grundlage für einen nachfolgenden Aktionsplan dienen zu können.

 

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