Über 30 zivilgesellschaftliche Organisationen haben heute auf Initiative des Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP) in einem Brief an Christophe Hansen, EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, ihre Besorgnis darüber geäußert, dass künftig die Methan-Emissionen aus der Tierhaltung anders bewertet werden könnten als Methan aus fossilen Brennstoffen. Diese Befürchtung ergibt sich aus Formulierungen eines kürzlich bekannt geworden Entwurfs zur EU-Tierhaltungsstrategie, die voraussichtlich am kommenden Dienstag, den 7.7.2026, von der EU-Kommission veröffentlicht werden wird.
Eine Neubewertung, wie sie sich ergeben könnte, würde insbesondere die Emissionen aus der industriellen Tierhaltung in ihren aktuellen Dimensionen massiv verharmlosen und von ihrem tatsächlichen Beitrag zur globalen Erwärmung ablenken. In ihrem gemeinsamen Brief verweisen die Organisationen darauf, dass derzeit rund 40 Prozent der heutigen globalen Erwärmung durch Methan auf die globale landwirtschaftliche Produktion zurückgehen. In der EU stammen fast 60 % der gesamten Methanbelastung aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung, davon 77 % von Rindern.
Statt Methan aus der Tierhaltung anders zu behandeln, sollte die EU-Kommission dafür sorgen, dass Methan vor allem in intensiven Tierhaltungsregionen schnellstmöglich reduziert wird und die Landwirt:innen beim Wandel hin zu einer extensiveren Produktion unterstützen.