Das Grüne Weimarer Dreieck (GWD) steht für die klimapolitische Zusammenarbeit zwischen Polen, Deutschland und Frankreich auf staatlicher, wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Ebene.
Warum brauchen wir ein Grünes Weimarer Dreieck?
Für eine effektive und gerechte europäische Klimapolitik müssen sich einflussreiche Mitgliedstaaten besonders einbringen: In Polen, Deutschland und Frankreich leben über 40 Prozent der EU-Bevölkerung. Die drei Länder verantworten fast die Hälfte der europäischen Emissionen sowie einen Großteil der Industrieproduktion in der EU. Nur mit ihrem Engagement können europäische Klimaziele erreicht werden.
Die drei Länder zeigen aber auch die Bandbreite der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Herausforderungen, mit denen die Mitgliedstaaten im Zuge der Klimakrise konfrontiert sind. Ein intensivierter zwischenstaatlicher Dialog gerade zwischen östlichen und westlichen Mitgliedstaaten ist dringend notwendig, um den verschiedenen nationalen Ausgangslagen auf dem Weg in die Klimaneutralität gerecht zu werden.
Mehr gegenseitiges Verständnis und mehr trilaterale Zusammenarbeit bedeuten eine große Chance für eine ambitionierte, sozial gerechte und solidarische Umsetzung des Europäischen Green Deals in der gesamten EU.
Was macht Germanwatch?
Seit 2021 engagiert sich Germanwatch für die Institutionalisierung des Grünen Weimarer Dreiecks als dauerhafte Plattform für die Klimazusammenarbeit zwischen Polen, Frankreich und Deutschland. Ziel ist es, klimapolitische Spannungen konstruktiv zu bewältigen und gemeinsame Lösungen entwickeln, um die Stabilität, Akzeptanz und Zukunftsfähigkeit der EU auf dem Weg zur Klimaneutralität zu sichern.
Unsere Ziele
Das Grüne Weimarer Dreieck auf Regierungsebene institutionalisieren
Die trilaterale und bilaterale Klimazusammenarbeit fördern, auch auf nichtstaatlicher Ebene
Die Perspektiven der drei Länder frühzeitig in europäische Klimaprozesse einbringen, um Konflikten entgegenzuwirken
Sichtbarkeit und politische Relevanz des Grünen Weimarer Dreiecks erhöhen
Unsere Aktivitäten
- Unsere jährlich stattfinde High-Level-Konferenz bringt hochrangige Vertreter:innen aus den Regierungen, der Unternehmenswelt und Wissenschaft der drei Länder zusammen, um über Themen wie den Clean Industrial Deal, ETS-2 und Elektrifizierung zu diskutieren. Der Mehrwert unserer Konferenz liegt vor allem darin, dass der Austausch nicht nur auf internationaler, sondern auch auf intersektoraler Ebene stattfindet. Das ermöglicht ein Zusammendenken von Wettbewerbsfähigkeit, sozialer Gerechtigkeit und Klimaschutz. Diese Integration leistet einen wichtigen Beitrag für den europäischen Anspruch, auf dem Weg in die Klimaneutralität niemanden, weder Länder noch Sektoren, zurückzulassen.
- Unsere High-Level-Konferenz findet jedes Jahr im Rahmen des Energie- und Wirtschaftsdialog im Format des Grünen Weimarer Dreiecks statt, eine Initiative der Stiftung Genshagen, der Deutschen Energie-Agentur (dena) und Germanwatch.
- Vergangene Konferenzen:
- Mit dem Grünen Weimarer Dreieck konnte Germanwatch in den letzten Jahren eine intersektorale Vertrauensgruppe aufbauen, zu denen Ministerien und Think Tanks aus allen drei Ländern zählen. Diese Gruppe ermöglicht nicht nur direkte Kommunikationswege zwischen Fachreferent:innen auf EU-Ebene. Sie sorgt auch für einen beständigen trilateralen Austausch trotz häufiger Regierungswechsel. Seit 2021 organisieren wir regelmäßig vertrauliche „Runde Tische“ mit diesen Vertreter:innen, um über die Möglichkeiten der trilateralen Klimazusammenarbeit zu diskutieren. Als etablierte Brückenbauerin bringt Germanwatch ein breitgefächertes Netzwerk sowie die nötige Expertise mit, um mit unseren Roundtables relevante Ergebnisse für nationale und EU-Entscheidungsträger:innen zu erzielen.
- Deutsch-Polnische Aktivitäten
- Deutsch-Polnisches Energiewendeforum
- Jährlich veranstaltet Germanwatch ein Side-Event zum Deutsch-Polnischen Energiewendeforum der Deutschen Energie-Agentur (dena). Zu den Hauptthemen gehören Strukturwandel von Kohle- und Industrieregionen, soziale Ausgestaltung der Klima- und Energiepolitik, Ausbau der deutsch-polnischen Offshore-Windkooperation, Dekarbonisierung des Wärmesektors und der Ausbau des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs.
- Vergangene Veranstaltungen
- 2026: Shared Challenges, Shared Solutions: Building Energy Resilience and Public Trust in Europe – A DE–PL Perspective
- 2025: The Social Dimension of the Energy Transition
- 2024: The Energy Transition in German and Polish Households
- Deutsch-Polnisches Energiewendeforum
- Deutsch-französische Aktivitäten
- Germanwatch nimmt an verschiedenen Gremien und bilateralen Arbeitsgruppen teil, um auf die klimapolitischen Aspekte der bilateralen Zusammenarbeit und deren Mehrwert aufmerksam zu machen. Unter anderem sind wir Teil des Beirats des Deutsch-Französischen Bürgerfonds.
- Germanwatch organisiert Veranstaltungen und veröffentlicht Berichte zu den Auswirkungen rechtspopulistischer Strömungen auf die bilaterale Klimazusammenarbeit.
- Green Weimar Triangle Recommendations
- Juli 2026: Resilience by Rail
- Dezember 2024: Towards a Cohesive Clean Industrial Deal that Supports Net Zero
- Meinungsbeiträge
- März 2026 bei Table.Media: Weimarer Dreieck: Wie drei Länder die EU-Dekarbonisierung vorantreiben können (auf Deutsch und Englisch)
- März 2026 bei Rezczpospolita: Trójkąt Weimarski na czele elektryfikacji i reindustrializacji Europy (Das Weimarer Dreieck führt die Elektrifizierung und Reindustrialisierung Europas an)
- Juli 2024 bei Klimareporter: Europas Green Deal ist in Gefahr
- Juli 2024 bei der Frankfurter Rundschau: Folgen der Frankreich-Wahl 2024: Paris könnte zur Klimabremse werden
- April 2024 bei Euractiv: Germany, Poland and France: Recasting a Green Weimar Triangle
- Oktober 2021 bei Tagesspiegel Background: Neue Chancen für deutsch-polnisch-französische Klimaschutz-Kooperation
- Analysen und Beiträge
- Oktober 2025 bei der Friedrich-Ebert-Stiftung Warschau: Chancen für eine deutsch-polnische Zusammenarbeit bei der Energiewende?
- Oktober 2025 bei der Friedrich-Ebert-Stiftung Warschau: ETS2 als Brücke statt Barriere: Potenziale für eine deutsch-polnische Kooperation
- 2024 beim Frankreich-Jahrbuch des Deutsch-Französischen Instituts: Wandel gestalten: Deutsch-französische Antworten auf die Transformation unserer Gesellschaften
- Offene Briefe
- Pressemitteilungen und Blogposts
- Presseecho
- März 2026: Gemeinsame Pressemitteilung der Umweltminister:innen
- Februar 2026: Pressemitteilung von Verkehrsminister Patrick Schnieder zur Verkehrszusammenarbeit im Format des Weimarer Dreiecks
- April 2024: Pressemitteilung des Auswärtigen Amts zu „A Weimar Agenda for a strong, geopolitical EU“ mit Bezug auf Klimazusammenarbeit
Veranstaltungen
Geschichte des Grünen Weimarer Dreiecks
August 1991
In Weimar, Deutschland: Das Weimarer Dreieck wird von den damaligen Außenministern Hans-Dietrich Genscher, Roland Dumas und Krzysztof Skubiszewski ins Leben gerufen. Ziel: die europäische Integration fördern, gemeinsame Herausforderungen und Interessen identifizieren und Europa handlungsfähiger machen.
Juli 2013
In Warschau, Polen: Das Weimarer Dreieck wird grün: Zum ersten Mal treffen sich auch die Umweltminister der drei Länder, Peter Altmaier, Philippe Martin und Marcin Korolec.
Februar 2014
In Berlin, Deutschland: Die Umweltminister:innen Barbara Hendricks, Philippe Martin und Maciej Grabowski treffen sich zum vorerst letzten Mal, das Grüne Weimarer Dreieck wird nicht fortgeführt.
Juni 2021
Germanwatch startet das Format der regelmäßigen „Green Weimar Triangle Roundtables“ mit Vertreter:innen aus Ministerien, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
Oktober 2021
Germanwatch ruft in einem offenen Brief mit 13 weiteren Umweltorganisationen zum Grünen Weimarer Dreieck auf.
Dezember 2024
Germanwatch startet das Format der jährlichen „Green Weimar Triangle High-Level Conference“ in Kooperation mit der Stiftung Genshagen mit Vertreter:innen aus Regierungen, Unternehmenswelt und Wissenschaft.
März 2026
März 2026
In Gniezno, Polen: Nach 12 Jahren treffen sich die Umweltminister:innen Carsten Schneider, Monique Barbut und Paulina Hennig-Kloska. Fokusthemen für zukünftige Zusammenarbeit sind Kreislaufwirtschaft, wettbewerbsfähige Dekarbonisierung, Anpassung an den Klimawandel sowie eine Stärkung Europas bei internationalen Umwelt- und Klimaverhandlungen.