Europa will den Ausstoß von Treibhausgasen im Verkehr und in Gebäuden deutlich senken – mit dem Emissionshandelssystem 2 (ETS2). Es funktioniert nach dem Prinzip „Verschmutzen kostet“: Wer fossile Brennstoffe nutzt, muss für jede Tonne CO₂ ein Emissionszertifikat kaufen.
Der Clou: Mit der Zeit wird die Zahl dieser Zertifikate verringert. Dadurch sinkt der zulässige Ausstoß in Verkehr und Gebäuden, gleichzeitig steigt der Preis für die Zertifikate. Saubere Alternativen wie Elektroautos, Wärmepumpen oder Erneuerbare Energien werden im Vergleich günstiger. So entsteht ein starker wirtschaftlicher Anreiz, auf klimafreundliche Technologien umzusteigen. Nebenbei schützt es die Haushalte in ganz Europa vor schwankenden Kraftstoff- und Energiepreisen.
Neben ETS2 hat die EU den Klima‑Sozialfonds geschaffen, um Haushalte mit geringem Einkommen beim Wechsel zu sauberer Energie zu unterstützen – etwa durch Zuschüsse für Gebäudesanierungen oder den Kauf emissionsfreier Fahrzeuge.
So weit, so gut.
Allerdings wurde der Start von ETS2 um ein Jahr auf 2028 verschoben. Viele Regierungen haben außerdem ihre Pläne zur Verwendung der Mittel aus dem Klima-Sozialfonds noch nicht fristgerecht eingereicht. Gelder, die eigentlich den Bürger:innen zugutekommen sollten, bleiben dadurch vorerst ungenutzt.
Einige Abgeordnete und Regierungen stellen das System sogar grundsätzlich infrage – dabei könnte es ein entscheidender Schritt sein, um Europas Klimaziele zu erreichen und Energieabhängigkeit zu verringern.
Wir sagen deshalb: Eine gerechte Transformation kann nicht warten!