Meldung | 05.11.2021

Chance für Naturschutz, Erfordernis für Klimaschutz

Forderungen der Umwelt- und Naturschutzorganisationen für einen naturverträglichen Ausbau von Solaranlagen
Titelseite des Forderungspapiers

Wir stehen in der Klimakrise vor einer neuen Zäsur. Die sichtbaren Folgen in Form von Waldbränden, Hitzewellen und Flutkatastrophen nehmen deutlich zu, werden gar zur neuen Normalität. Der im August 2021 veröffentlichte IPCC-Bericht führt uns vor Augen, dass die Klimaerwärmung deutlich schneller voranschreitet als bisher erwartet und eine Begrenzung sofortiges Handeln notwendig macht. Der massive Ausbau der erneuerbaren Energien ist Voraussetzung, um das Pariser Klimaabkommen und Klimaneutralität erreichen zu können. Jedoch fehlte es bisher an politischem Willen, konkrete und ambitionierte Maßnahmen für eine zügige, naturverträgliche und bürger*innennahe Energiewende stärker voranzutreiben.

Zur Begrenzung der Klimakrise und somit als Beitrag für den Erhalt der biologischen Vielfalt bedarf es u.a. einer Erhöhung des Ökostromanteils auf mindestens 80 Prozent bis 2030. Konkret bedeutet dies anfangs einen jährlichen Zubau von mindestens 10 Gigawatt Photovoltaik, der allerdings bereits in den kommenden Jahren aufgrund einer steigenden Stromnachfrage deutlich erhöht werden muss. Bis 2035 muss die Stromversorgung bereits vollständig auf erneuerbaren Energien basieren. Die Nutzung von Solarenergie ist neben der Windenergie ein elementarer Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Das technisch realisierbare Potenzial auf Dachflächen und weiteren versiegelten Flächen ist enorm, wird bisher jedoch nur unzureichend genutzt. Parallel dazu ist damit zu rechnen, dass auch die Nachfrage nach geeigneten Freiflächenanlagen in den kommenden Jahren deutlich steigen wird.

Um den weiteren Ausbau der Solarenergie massiv zu beschleunigen und zugleich so naturverträglich wie möglich zu gestalten sowie bundesweit einheitliche Standards zu etablieren, bedarf es eines bundesweiten Solarenergiegesetzes, das klare Rahmenbedingungen zu Planung, Bau, Betrieb und Pflege von Solaranlagen (Photovoltaik und Solarthermie) festlegt. Ein Solarenergiegesetz sollte u.a. folgende Aspekte beinhalten:

  • Klare Prioritätensetzung auf Solaranlagen auf bereits versiegelten Flächen
  • Naturverträglichen Ausbau von Solar-Freiflächen ermöglichen
  • Ausweisung von Flächenkulissen für Solar Freiflächenanlagen
  • Bundesweit geltende (Mindest-)Kriterien für Bau, Betrieb und Pflege von Solar-Freiflächenanlagen
  • Einheitliche Vorgaben für Bestandserfassungen und Wirkungskontrollen
  • Beteiligung der lokalen Akteur*innen stärken
  • Biodiversitätsfördernde Agri-Photovoltaik vorantreiben

Ansprechpartner:innen

Referentin - Forschung zur Transformation des Energiesystems
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