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Pressemitteilung |

Forschende unterstreichen: Nur mit stärker pflanzenbasierter Versorgung werden Landwirtschaft und Ernährung krisenfest

Forschende der Universität Oxford und des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: Aktuelle Dimensionen der Tierhaltung sind wesentliche Schwachstelle unseres Ernährungssystems / Faba Konzepte und Germanwatch fordern entschiedenen Umbau der Landwirtschaft und Ernährungswende

Berlin (2. Juli 2026). Um die Folgen der Klimakrise abzufedern und die Ernährung weltweit sicherer zu machen, ist eine mehr auf Pflanzen basierende Ernährung unverzichtbar. Das war eine der Kernaussagen von Prof. Dr. Paul Behrens und Dr. Claudia Hunecke bei einem Online-Fachgespräch von Faba Konzepte und der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch am Mittwoch (1. Juli). 

Die Teilnehmenden diskutierten mit Blick auf bedrohliche Zukunftsszenarien über die Krisenfestigkeit des deutschen und globalen Ernährungssystems. Aktuell zeigen der Irankrieg und seine Folgen für die Landwirtschaft sowie ein voraussichtlich starker El Niño die Dringlichkeit der Krisenvorbereitung.

Prof. Dr. Paul Behrens, Transformationsforscher an der Oxford Martin School, Oxford University: „Der Klimawandel führt zunehmend zu Missernten und Produktionseinbrüchen – das gefährdet Sicherheit und sozialen Frieden weltweit. Die Tierhaltung ist in Krisen doppelt verletzlich: Ernteausfälle treffen die Futterversorgung, während Hitze und Extremwetter die Tiere selbst schädigen. Um die Folgen der Klimakrise abzufedern, ist eine Umstellung auf eine pflanzenreiche Ernährung unverzichtbar.“ 

Dr. Claudia Hunecke, Agrarökonomin am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: „Besonders wenn mehrere Krisen aufeinandertreffen, müssen wir auch in Deutschland mit deutlichen Preisanstiegen bei Lebensmitteln und damit mehr Ernährungsarmut rechnen. Eine stärker pflanzenbasierte Ernährung würde unser Ernährungssystem langfristig stärken, es krisenfester und funktionsfähiger machen. Sie würde die Versorgungskapazität stärken und mehr Ernährungssicherheit für alle schaffen.“ 

Dr. Friederike Schmitz, Fachreferentin bei Faba Konzepte: „Die Bundesregierung untergräbt die Sicherheit der Bevölkerung, indem sie weiter die Tierindustrie fördert und praktisch nichts unternimmt, um pflanzenbasierte Ernährung einfacher und zugänglicher zu machen. In Anbetracht aktueller Krisen braucht es jetzt mehr denn je einen gerechten Umbau des Ernährungssystems.“

Konstantinos Tsilimekis, Leiter des Bereichs Landwirtschaft und Ernährung bei Germanwatch: „Aktuell droht aufgrund von Kriegsfolgen und einem voraussichtlich starken El Niño eine erneute erhebliche Verschärfung der Welternährungslage. Gerade vor diesem Hintergrund müssen endlich deutlich stabilere Ernährungssysteme aufgebaut werden. Neben kurzfristigen Krisenbeihilfen und langfristiger Unterstützung für Länder des Globalen Südens gehört dazu auch ein starker Ansatz in Deutschland und der EU. Die Abkehr von der industriellen Tierhaltung und die Förderung pflanzlicher Ernährung über ein ausreichendes pflanzliches Angebot und die entsprechende Ausgestaltung von Ernährungsumgebungen ist ein Schlüsselansatz.“