Policy Brief

Unterstützung der Energiewende auf dem Westbalkan

Supporting the Western Balkans' Energy Transition
Eine zwingend notwenige Aufgabe für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft

Energiewendepartnerschaften EU-Westbalkan – Viel steht für die Europäische Union auf dem Spiel

Langfristige Stabilität und Wohlstand in den Ländern des Westbalkan sind eng mit dem Schicksal der EU verbunden. Eine positive Entwicklung in der Region und die Aufrechterhaltung guter Beziehungen liegen im strategischen Interesse der EU. Geopolitische Interessen stehen sich auf dem Westbalkan weiterhin gegenüber: China konkurriert zunehmend mit den von der EU angebotenen Ideen internationaler Solidarität und Zusammenarbeit. Am deutlichsten wurde dies während des Ausbruchs der COVID-19-Pandemie und der darauffolgenden Wirtschaftskrise. Die neue Dynamik der kürzlich ausgeweiteten finanziellen Unterstützung sollte der Ausgangspunkt für eine ernsthaftere Zusammenarbeit für eine Energiewende mit dem Westbalkan sein. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Hälfte dieses Jahres sollte sich darauf konzentrieren, Energiewendepartnerschaften Wirklichkeit werden zu lassen. Dies ist eine Chance, die die EU nicht verpassen sollte.

In der Vergangenheit sind beträchtliche Summen an finanzieller Hilfe von der EU in die Region geflossen und neue, größere Summen sind Teil der internationalen Reaktion der EU auf die COVID-19-Krise. Auch ihr langfristiger Wiederaufbauplan zielt auf den Westbalkan ab. Es ist wichtig, dass diese Mittel für eine nachhaltige Entwicklung verwendet werden; vorzugsweise zur Unterstützung der Energiewende in der Region.

Energiesysteme spielen eine Schlüsselrolle für den wirtschaftlichen Wohlstand und könnten eine treibende Kraft für mehr Zusammenarbeit und Sicherheit in der Region sein. Der Übergang zu nachhaltigen Erneuerbaren Energien ist ein wichtiger weltweiter Trend. Er ist neben dem drängenden Thema der Dekarbonisierung ein entscheidender Bestandteil der Überlegungen der meisten Länder in Bezug auf wirtschaftliche Entwicklung und Energiesicherheit.

Die EU hat öffentlich erklärt, dass ihr außenpolitisches Handeln voll und ganz auf die Klimaziele der EU ausgerichtet sein sollte. Aus diesem Grund wird im Rahmen des Europäischen Green Deals eine Grüne Agenda für den Westbalkan entwickelt. In einigen Westbalkan-Ländern gibt es noch immer Pläne, in die Kohleverstromung zu investieren: Insgesamt 12 Kohlekraftwerke befinden sich derzeit in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Da die Beitrittsperspektive der Länder wieder zu einer politischen Priorität wird und sich die fortschreitende Klimaambition der EU festigt, drohen Kohlekraftwerke zu "Stranded Assets" zu werden. Dies ist umso wahrscheinlicher angesichts des geplanten CO2-Grenzausgleichsystems zur Vermeidung der Verlagerung von CO2-Emissionen außerhalb der EU und der selbst auferlegten Verpflichtung der EU, den Ländern des Westbalkans eine europäische Perspektive zu bieten.

Studien belegen, dass die Potenziale für Erneuerbare Energiequellen und Energieeffizienzmaßnahmen auf dem Westbalkan beträchtlich sind. Gleichzeitig können aus einer erfolgreichen Energiewende vielfältige gesellschaftliche und wirtschaftliche Vorteile gezogen werden.

In diesem "Policy Brief" [in englischer Sprache] geben wir politische Empfehlungen für die Europäische Union während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft und darüber hinaus, um die Energiewende auf dem Westbalkan voranzutreiben – eine Chance, die die EU nicht verpassen sollte. 

Publikationstyp

Policy Brief

Seitenanzahl

12

Beteiligte Personen

Echter Name

Politische Leitung Berlin
+49 (0)30 / 28 88 356-64

Echter Name

Referent für Entwicklungsbanken und Klimatransparenz
+49 (0)228 / 60 492-53
Referent für Partnerschaften Ost- und Südosteuropa
+49 (0)30 / 28 88 356-84