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Deutsch-indische Beziehungen brauchen nach großen Bildern nun konkrete Taten mit richtigem Fokus

Germanwatch: Energiesicherheit, Klimaschutz und Menschenrechte müssen nach Besuch von Kanzler Merz im Rahmen der vereinbarten Kooperation nun wirkungsvoll umgesetzt werden

Berlin/Neu-Delhi (13. Jan. 2026). Der diplomatisch erfolgreiche Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Indien zeigt aus Sicht der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch erfreulicherweise, dass die Bundesregierung und Indien die deutsch-indische Partnerschaft vertiefen wollen. Entscheidend ist allerdings, wohin sich die wachsende Partnerschaft konkret entwickelt und dass sie konsequent in eine gemeinsame EU-Strategie eingebettet wird.

„Der freundliche und respektvolle Ton auf beiden Seiten ist eine gute Grundlage für eine neue Qualität der Zusammenarbeit, deren Fokus die Regierungen vor allem auf die Bereiche Sicherheit, Handel, Forschung und Fachkräfte, aber auch Klima gelegt haben. Für die Sicherheit beider Partner ist es wichtig, sich möglichst schnell von Öl- und Gasimporten unabhängig zu machen. Eine gemeinsame Strategie der EU-Staaten und Indiens ist hier zentral”, kommentiert Christoph Bals, Politik-Vorstand von Germanwatch.

„Dass Bundeskanzler Merz seine erste Asienreise ganz bewusst in Indien beginnt, unterstreicht die gewachsene strategische Bedeutung des Landes für Deutschland“, ergänzt Rixa Schwarz, Indien-Expertin bei Germanwatch. “Die Bundesregierung muss sich nun dafür einsetzen, dass Klimaschutz und Menschenrechte der Kompass werden, um die jahrzehntelange deutsch-indische Kooperation auf ein Niveau zu heben, das den heutigen geo- und klimapolitischen Herausforderungen gewachsen ist.”

Großes Klimaschutz-Portfolio jetzt konsequent nutzen

Positiv bewertet Germanwatch das breite Kooperationsportfolio, das Deutschland und Indien stetig erweitern. Dazu gehörte beim Besuch des Bundeskanzlers unter anderem die fortschreitende Operationalisierung einer Plattform für Investitionen in Erneuerbare Energien, die Absichtserklärung, ein gemeinsames Exzellenzzentrum für Jobs in Erneuerbaren Energien zu gründen sowie nach dem Ausstieg der USA ein klares Bekenntnis zum UNFCCC-Prozess. Neu ist außerdem das außenpolitische Dialogformat des “Track-1.5-Foreign-Policy-and-Security-Dialogs”.

Zusammen bietet dieses Instrumentarium großes Potenzial, das nun von beiden Partnern gehoben werden muss. Eine Erweiterung der Zusammenarbeit über Erneuerbare Energien hinaus zur beschleunigten Elektrifizierung von Gebäuden, Verkehr und Öfen ist zentral, um zügig die Importe von Öl und Gas herunterzufahren. Der Außenpolitik-Dialog sollte das Thema menschliche Sicherheit wirkungsvoll einschließen. Die konsequente Einbindung auch kritischer zivilgesellschaftlicher Akteure ist wichtig.

”Mehr Kooperation allein reicht nicht. Entscheidend bleibt die Qualität - auch in der Umsetzung bestehender Partnerschaften wie der "Green and Sustainable Development Partnership”, so Lalit Chennamaneni, Referent für indisch-deutsche Klima- und Entwicklungszusammenarbeit bei Germanwatch.   

Klimakooperation muss Kern der Partnerschaft bleiben

Trotz positiver Signale warnt Germanwatch davor, Klimaschutz in der deutsch-indischen Zusammenarbeit lediglich als Querschnittsthema mitzudenken. „Wirtschaftliche, energie- und sicherheitspolitische Ziele müssen ganzheitlich gedacht werden. Sie müssen konsequent kompatibel mit Menschenrechten, Gerechtigkeit und Klimazielen sein“, so Chennamaneni. „Klima als Querschnittsthema zu verankern, darf nicht heißen, es in den Hintergrund zu drängen. Eine breit angelegte Klimapartnerschaft muss zentraler Bestandteil der bilateralen Beziehungen bleiben.“

Gerade in geopolitisch herausfordernden Zeiten und angesichts des Rückzugs der USA aus der internationalen Klimakooperation ist Indien ein unverzichtbarer Partner für globalen Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung. Dafür braucht es mehr als Regierungsdialoge: Zivilgesellschaftliche Kooperationen und Partnerschaften im Globalen Süden müssen aus Sicht von Germanwatch gezielt gestärkt werden.