Berlin (22. April 2026). Aus Sicht der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch muss der heute bekannt gewordene Referentenentwurf zum sogenannten Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz – kurz: zur Kraftwerksstrategie – in der zentralen Frage, wann ein Kraftwerk H₂-ready ist, zwingend nachgeschärft werden. Simon Schreck, Referent für Wasserstoff und Klimaneutralität bei Germanwatch: „Die im Referentenentwurf vorgesehene Regelung, dass die Fähigkeit zum Betrieb mit 100 % Wasserstoff durch eine Änderung von Anlagenkomponenten oder des Betriebs des Kraftwerks erreicht werden muss, greift viel zu kurz. Denn sie lässt völlig offen, wie und durch wen die H₂-readiness nachgewiesen werden muss und welche Kosten für die spätere Umstellung anfallen dürfen. Das birgt erhebliche finanzielle Risiken für die Stromkunden.“
Der Gesetzentwurf sollte aus Sicht von Germanwatch daher die Verwendung von unabhängigen einheitlichen Prüf- und Zertifizierungsstandards für „H₂-ready“ und „wasserstofffähig“ vorschreiben, die auch eine wirtschaftliche Bewertung der Umrüstkosten ermöglichen. Diese Prüfungen und Zertifizierung werden heute schon von unabhängigen Stellen angeboten. „Um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, müssen alle Kraftwerke spätestens 2045 komplett auf grünem Wasserstoff laufen. Die Bundesregierung sollte nur Kraftwerksprojekte fördern, bei denen die späteren Umrüstkosten eingepreist sind, um einen fairen Wettbewerb mit alternativen klimaneutralen Technologien wie Batteriespeichern und flexibler Nachfrage zu ermöglichen.“
Unklare Umstellungs-Regeln machen Kraftwerksstrategie zum Kostenrisiko
Nach Bekanntwerden des Referentenentwurfs für Kraftwerksstrategie : Germanwatch fordert klare Regeln und Kosten-Transparenz für die Umstellung von Kraftwerken auf grünen Wasserstoff