Berlin/Santa Marta (30. April 2026). Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch zieht ein positives Fazit der heute Nacht beendeten Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Energien in Santa Marta (Kolumbien). „Als Erfolg sehen wir, dass in Santa Marta ein breiter und konstruktiver Dialog über die Wege weg von Kohle, Öl und Gas geführt worden ist. Während bei globalen Klimaverhandlungen zuletzt eher die Konfrontation zwischen der fossilen Lobby und den progressiven Staaten im Vordergrund stand, ging es hier nicht um die Frage des “ob”, sondern des “wie”. Es bestand Einigkeit, dass die Welt aus den fossilen Energien aussteigen muss und es wurde darum gerungen, wie das so schnell und sozial gerecht wie möglich gelingen kann. Anstatt über Texte zu verhandeln, konnten Regierungen gemeinsam mit der Zivilgesellschaft und Interessengruppen ganz konkret über Ausstiegswege diskutieren. Dies wird in den UNFCCC-Prozess einfließen und kann den weltweiten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas entscheidend vorantreiben“, bilanziert Petter Lydén, Leiter des Bereichs Internationale Klimapolitik bei Germanwatch.
Lydén weiter: „Die Tatsache, dass diese Konferenz überhaupt stattgefunden hat, ist angesichts des massiven Drucks der von der fossilen Lobby dominierten Staaten rund um die USA ein großer Erfolg. Fast schon symbolisch begann der Zusammenschluss der Öl-produzierenden Länder, der OPEC, während dieser Konferenz zu bröckeln, als die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Austritt ankündigten.”
Die Koalition der Willigen, die sich in Santa Marta getroffen hat, hat nun auch eine nächste Station auf ihrem Weg in eine fossilfreie Zukunft, da Tuvalu und Irland als Gastgeber für die zweite Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen 2027 bestätigt wurden. “Deutschland mit seiner Erfahrung von über 20 Jahren Energiewende hat die große Chance, bei der Abkehr von fossilen Brennstoffen eine echte Vorreiterrolle zu übernehmen. Die Bundesregierung sollte sie nutzen und sich dafür einsetzen, dass als nächstes ein gemeinsames Ziel für die Elektrifizierung aller Sektoren gesetzt wird. Dies könnte entscheidende neue Dynamik in den Prozess bringen”, so Lydén abschließend.
Klimakonferenz in Santa Marta gibt weltweitem Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas mehr Schwung
Mehr als 50 Länder, auf die ein Drittel des weltweiten Ölverbrauchs entfällt, haben in Kolumbien konstruktiv über Wege aus den fossilen Energien diskutiert.