Anpassung an die Klimafolgen konkret: der UN-Anpassungsfonds

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Anpassung an die Klimafolgen konkret: der UN-Anpassungsfonds

 

Zuletzt war der Grüne Klimafonds (GCF) in aller Munde, nachdem Deutschland mit der UN-Stadt Bonn den Zuschlag als Sitz für dieses zukünftig wichtige internationale Instrument der Klimafinanzierung nicht bekommen hat. Der GCF schlägt nun in Südkorea seine Zelte auf. Die dortige Regierung hat die große Verantwortung, den Aufbau des GCF zu einer schlagkräftigen, unabhängigen Institution nach Kräften zu unterstützen. Deutschland als eines der wohlhabendsten Industrieländer muss weiterhin an einem erfolgreichen Design des GCF mitwirken.

Doch im Schatten des GCF, der noch nicht voll funktionsfähig ist, fördert der unter dem Kyoto-Protokoll gegründete Anpassungsfonds bereits konkrete Projekte, die die besonders verletzlichen Bevölkerungsgruppen in Entwicklungsländern vor dem Klimawandel schützen sollen. Mit Unterstützung der Internationalen Klimaschutz-Initiative des Bundesumweltministeriums hat Germanwatch, das die Entwicklung des Fonds seit 2008 verfolgt, ein internationales Netzwerk von zivilgesellschaftlichen Organisationen aufgebaut, um die Umsetzung zu begleiten. Partner aus diesem Netzwerk erarbeiteten gemeinsam mit Germanwatch Fallstudien in Ländern wie Senegal, Honduras, Nicaragua und Pakistan, um erste Eindrücke von der Umsetzung von Projekten vor Ort zu bekommen. Dabei geht es um Maßnahmen des Küstenschutzes aufgrund des Meeresspiegelanstiegs, Schutz vor Risiken durch Gletscherschmelze oder die Sicherstellung der Wasserversorgung bei Extremwetterereignissen. Die Ergebnisse zeigen: Die Menschen vor Ort sehen in vielen Fällen einen Nutzen zur Verringerung ihrer Verletzlichkeit, werden gleichzeitig aber nicht immer ausreichend in die Entwicklung und Umsetzung der Projekte einbezogen. Die internationale Dimension wie auch die Komplexität des Themas Anpassung tragen gleichzeitig dazu bei, nationale Institutionen stärker an einen Tisch zu bringen und sich besser zu koordinieren.

Deutschland hat mit zehn Millionen Euro bisher relativ wenig in dieses wichtige Instrument eingezahlt, viel weniger als zum Beispiel Spanien (45 Millionen €). Der Klimagipfel von Doha sollte als gute Gelegenheit genutzt werden, um noch einmal nachzulegen. Denn Bedarf an Finanzierung gibt es genug.

Sven Harmeling

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