Wege in eine ökologische Machine Economy

Titelseite CODINA-Studie
Ein systematischer Blick auf die Umweltwirkungen digitaler Technologien

Das vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) und vom Wuppertal Institut gesteuerte inter- und transdisziplinäre Netzwerk CO:DINA stellt die digitale Transformation in den Dienst des sozial-ökologischen Wandels. Im Rahmen des Forschungsberichts „Wege in eine ökologische Machine Economy“ hat Germanwatch mit der Kurzstudie „Das Gewicht der Machine Economy“ eine ressourcenpolitische Bewertung aktueller digitaler Transformationsprozesse in der Industrie vorgenommen. Hierbei wird deutlich, dass es an einer Wissensgrundlage über die ressourcenpolitischen Implikationen der digitalen Transformation in Industrie und Produktion mangelt und sich die Umsetzung der Industrie 4.0 (I4.0) stärker an den Zielen einer Kreislaufwirtschaft ausrichten muss.

Herausforderung und Zielsetzung der Kurzstudie:
Laut Politik und Unternehmensverbänden wird die Digitalisierung einen entscheidenden Beitrag zur Ressourceneffizienz der Industrie leisten. Unklar ist jedoch, unter welchen Voraussetzungen sie die absolute Reduktion des Ressourcenverbrauchs befähigen kann und welche potenziellen Risiken mit dem Ressourcenverbrauch der digitalen Infrastruktur in Zusammenhang stehen. Um sich dem Ressourcenverbrauch der Machine Economy zu nähern, fokussiert die Studie auf Entwicklungen der I4.0, welche hier als Vorstufe der Machine Economy verstanden wird.

Die Kurzstudie liefert im Rahmen einer qualitativen Literaturanalyse Antworten auf folgende Fragen: Was ist über den Ressourcenverbrauch der I4.0 bekannt und wo liegen Wissenslücken? Welchen Beitrag kann die I4.0 zur Ressourcenreduktion leisten? Was sind aktuelle Treiber der Industrie 4.0 und was sind politische Stellschrauben für ihre Gestaltung mit dem Ziel der Ressourcenreduktion?

Ergebnisse:
Die unzureichende Datenlage erlaubt nur unbefriedigende Rückschlüsse über die Auswirkungen der I4.0 auf die unterschiedlichen ökologischen Nachhaltigkeitsbelange. Die aktuelle Transition ist unzureichend an den Zielen der Kreislaufwirtschaft und den hierfür dringend notwendigen neuen Geschäftsmodellen ausgerichtet. Dabei bietet die I4.0 hierfür massives Potenzial.

Handlungsempfehlung:
Um Informationslücken über den Ressourcenverbrauch der digitalen Infrastruktur der I4.0 zu schließen, sollten Forschungsvorhaben initiiert werden – eine wichtige Voraussetzung, um politische Steuerungsinstrumente für eine ressourcenschonende I4.0 zielgerichtet entwickeln und auf den Weg bringen zu können. Damit Investitionen in die I4.0 in zukunftsfähige Geschäftsmodelle fließen, sollte die Bundesregierung Maßnahmen und Instrumente zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft schnell auf den Weg bringen (z.B. digitaler Produktpass, Ausweitung der Ökodesign-Richtlinie).

Publikationstyp
Studie
Autor:innen
Rebecca Heinz u.a.
Seitenanzahl
239
Publikationsdatum

Beteiligte Personen

Echter Name

Referentin für Ressourcenpolitik und zirkuläres Wirtschaften
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