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Damit Europa nicht erpressbar ist: Klimapolitik als zentrale Säule für Sicherheit

Vor Münchner Sicherheitskonferenz fordert Germanwatch, dass Ausstieg aus Öl und Gas sowie Kreislaufwirtschaft in den Fokus gerückt werden

Bonn (12. Feb. 2026). Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch fordert kurz vor der Münchner Sicherheitskonferenz, die von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beschworene neue Unabhängigkeit der EU in Bezug auf Energie und Rohstoffe zügig umzusetzen. „Klimapolitik ist Sicherheitspolitik. Runter mit Öl und Gas, damit wir nicht weiter von Russland und den USA erpresst werden können. Vorwärts mit einer konsequenten Kreislaufwirtschaft, damit wir uns nicht in neue Abhängigkeiten begeben“, fordert Christoph Bals, Politik-Vorstand von Germanwatch. Zudem müssten Sicherheitsgremien die Klimakrise als Thema systematisch integrieren, darunter auch der neue Nationale Sicherheitsrat.

Klimakrise als zentraler Risikomultiplikator unserer Zeit

„In einer Welt wachsender geopolitischer Spannungen und Umbrüche wirkt die Klimakrise als wichtiger Risikomultiplikator – in Bezug auf menschliche Sicherheit, geopolitische Stabilität und wirtschaftliche Resilienz“, erklärt Laura Schäfer, Bereichsleiterin für internationale Klimapolitik bei Germanwatch. Extremwetterereignisse wie Stürme und Hitzewellen, aber auch das Überschreiten von Kipppunkten, gefährden zunehmend Lebensgrundlagen, beeinträchtigen kritische Infrastrukturen und verschärfen Ressourcenkonflikte, etwa um Wasser oder Land.

„Zugleich ist die Klimakrise längst zu einem geopolitischen Faktor geworden. Der globale Wettlauf um grüne Technologien, kritische Rohstoffe und neue Energieabhängigkeiten verändert Machtverhältnisse und schafft neue Konfliktlinien. Wer heute tatsächlich Sicherheit herstellen will, muss Energie-, Wirtschafts- und Klimasicherheit zusammen denken. Deshalb gehört das Klima auf die Agenda der Münchner Sicherheitskonferenz – als Kernfrage vorausschauender Sicherheits- und Außenpolitik“, so Schäfer weiter. „Dauerhafte Stabilität in Zeiten eskalierender Klimarisiken ist nur möglich durch einen raschen und sozial gerecht umgesetzten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas sowie wirksame Klimaanpassung.“

Erneuerbare Energien sind echte Friedensstifter

Ein zentrales sicherheitspolitisches Instrument liegt in der Energiewende. „Energieabhängigkeiten werden heute zunehmend als geopolitische Waffe eingesetzt. Erneuerbare Energien sind deshalb echte Friedensstifter", betont Bals. „Eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft reduziert nicht nur Umweltbelastungen, sondern stärkt durch gesicherte Lieferketten und neue grüne Korridore auch wirtschaftliche Stabilität und Resilienz in Europa.“

EU als Treiberin strategischer Vorreiterallianzen

Vor diesem Hintergrund fordert Germanwatch, dass die EU jetzt strategische Vorreiterallianzen mit Ländern aufbaut, die heute noch stark von Öl und Gas abhängig sind. Ebenso sollte es Kooperationen mit Exportstaaten geben, die aus dem fossilen Geschäftsmodell aussteigen wollen. Ergänzend braucht es Allianzen zur Stärkung der Resilienz im Umgang mit den Folgen der Klimakrise. „Europa kann und muss zeigen, dass Klimaschutz, wirtschaftliche Stärke und Sicherheit zusammengehören“, so Bals.

EEG und Netzpaket dürfen nicht zum Risiko für Resilienz werden

An die Bundesregierung richtet Germanwatch klare Erwartungen: Deutschland sollte sich dafür einsetzen, dass sich die sicherheitspolitische Debatte zur Klimakrise konsequent an menschlicher Sicherheit orientiert und konkrete Lösungsansätze bietet – etwa durch besseres Klimarisikomanagement auch in Deutschland, umfassende Resilienzstrategien und ausreichende internationale Klimafinanzierung.

Auch die anstehende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und das Netzpaket des Bundeswirtschaftsministeriums müssen in diesem sicherheitspolitischen Licht gesehen werden. „Die positive Dynamik bei den Erneuerbaren abzuwürgen wäre fatal für Resilienz und Unabhängigkeit. Stattdessen muss es darum gehen, die Netze fit zu machen für eine stärkere Nutzung von erneuerbarem Strom in allen Sektoren. Deutschland braucht eine Elektrifizierungsstrategie“, sagt Simon Wolf, Bereichsleiter für Deutsche und Europäische Klimapolitik bei Germanwatch.