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Expo-Turm in Antalya vor blauem Himmel mit COP31-Germanwatch-Logo

COP31: UN-Klimakonferenz in Antalya

Vom 9. bis 20. November 2026 findet in der türkischen Küstenstadt Antalya die 31. Weltklimakonferenz statt. Wir werden uns mit einer Delegation vor Ort dafür einsetzen, dass die internationale Gemeinschaft entschlossen handelt.

Die 31. Weltklimakonferenz (COP31) fällt in eine Zeit, in der sich der Charakter der Klimagipfel grundlegend wandelt. Die Verhandlungen zur Ausgestaltung des Pariser Klimaabkommens sind prinzipiell abgeschlossen, die Regelwerke stehen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Staatengemeinschaft die Vereinbarungen umsetzt – und zwar schnell. Denn während die Welt auf eine Erderwärmung von über 1,5°C zusteuert, treten die irreversiblen Folgeschäden für Menschen und Ökosysteme immer deutlicher zutage. Auf der COP31 in Antalya setzen wir von Germanwatch uns dafür ein, dass die Länder konkrete nächste Schritte gehen. 

Warum die COP wichtig bleibt

Die Weltklimakonferenzen (COPs, Conferences of Parties) bieten einen einzigartigen multilateralen Rahmen, in dem Regierungen und andere Akteure zusammenkommen, um gemeinsam an Lösungen für die Klimakrise zu arbeiten. Die COPs geben allen Ländern eine Stimme, nicht zuletzt denen, die besonders stark vom Klimawandel betroffenen sind, und stellen dadurch sicher, dass ihre Perspektiven in die internationale Klimapolitik einfließen. 

Mehr als ein Jahrzehnt internationaler Klimaverhandlungen war nötig, um die zentralen Regelwerke des Pariser Abkommen auszuarbeiten. Während bei früheren COPs die Aushandlung neuer Zusagen und Kompromisse im Mittelpunkt stand, geht es bei der COP31 nun darum, der Konferenz konkrete nächste Schritte folgen zu lassen. In Antalya muss es daher um Fragen der Umsetzung gehen: neue Allianzen für Klimaschutz und Klimaanpassung, eine wirksame politische Steuerung und mehr Verbindlichkeit und Rechenschaftspflicht. Ein zentraler Verhandlungspunkt bleibt dabei die Klimafinanzierung. 

Die Weltklimakonferenz: Kurz erklärt

Wie funktioniert eine Weltklimakonferenz und warum gibt es sie eigentlich? Wer kommt zu den Verhandlungen und was wird dort besprochen? Die Antworten auf diese und weitere Fragen im Video:

Extern gehostetes Video URL

Was wir von der COP31 erwarten

Die COP31 muss zeigen, dass die internationale Gemeinschaft trotz geopolitischer Spannungen in der Lage ist, der eskalierenden Klimakrise entschlossen entgegenzutreten. Dafür müssen die Staaten ihre Zusagen aus dem Pariser Abkommen schneller in konkrete Maßnahmen überführen und die Zusammenarbeit zwischen Ländern, Unternehmen, Städten und anderen Akteuren stärken. Drei Bereiche sind dabei aus unserer Sicht besonders wichtig: 

Die Glaubwürdigkeit des Pariser Klimaabkommens beruht nicht länger auf ehrgeizig formulierten Zielen auf dem Papier. Entscheidend ist jetzt, dass die Staaten zeigen, wie sie diese Ziele vor Ort umgesetzt haben.

Bei der Weltklimakonferenz (COP31) wird es daher darauf ankommen, den politischen Schwerpunkt von neuen Zielsetzungen auf konkretes Handeln zu verlagern. Nationale Klimaziele, Pläne zur Anpassung an die Klimafolgen und Fahrpläne für den Umbau einzelner Wirtschaftsbereiche müssen in die Praxis umgesetzt werden, ebenso wie die Bereitstellung von Klimafinanzierung – und das sehr viel schneller als bisher. Denn die Umsetzung muss mit den immer rasanter fortschreitenden Klimafolgen Schritt halten und gleichzeitig die wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Chancen nutzen, die der Umbau inzwischen bietet.

Klimaschutz darf nicht allein vom guten Willen einzelner Staaten abhängen. Er braucht verlässliche Strukturen, die ihn dauerhaft sichern. Die Staaten müssen anerkennen, dass auch die UN-Klimaverhandlungen weiterentwickelt werden müssen. Die COP31 muss hier ein klares Signal aussenden.

Das Verfahren sollte so gestrafft werden, dass bereits vereinbarte Beschlüsse besser umgesetzt werden können. Gleichzeitig müssen kontinuierlich ambitioniertere Klimaziele vorangetrieben und die Regeln für Transparenz und Rechenschaft gestärkt und durchgesetzt werden. Nur so lassen sich Zusagen nachverfolgen und überprüfen, statt sie nur zu wiederholen.

Eine Reform dieser Größenordnung werden realistischerweise nicht alle Staaten mittragen. Umso wichtiger ist es, dass eine ausreichend große Gruppe von Staaten bereit ist, gemeinsam voranzugehen. Das gilt selbst dann, wenn eine Einigung aller außer Reichweite bleibt.

Ohne ausreichende und verlässliche Finanzierung wird die Umsetzung der Klimaziele nicht gelingen. Die COP31 muss daher konkrete Schritte unternehmen, um die internationale Finanzierungsarchitektur weiterzuentwickeln, die öffentliche Klimafinanzierung abzusichern und zusätzliches Kapital zu mobilisieren. Dazu gehören neue internationale Finanzierungsquellen ebenso wie eine stärkere Mobilisierung privater Mittel. Dabei sollten diejenigen, die besonders zur Klimakrise beitragen, nach dem Verursacherprinzip angemessen zur Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung beitragen (Polluter Pays Principle). 

Indizes 

Im Rahmen der Weltklimakonferenz veröffentlicht Germanwatch zwei Indizes: Der CCPI bewertet, welche Länder gute Arbeit leisten und welche nicht, während der CRI zeigt, welche Länder am stärksten vom Stillstand auf der Baustelle Klima betroffen sind:

Unsere Veröffentlichungen zur COP31