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„Heute haben die Berge gewonnen – auch wenn es in meinem Fall nicht weitergeht, hat meine Klage Wichtiges erreicht. Das macht mich stolz: Große Verursacher der Klimakrise müssen für die Folgen Ihres Tuns einstehen, können rechtlich haftbar gemacht werden. Ich freue mich, dass diese Entscheidung Betroffenen in aller Welt helfen kann. Ich bin allerdings auch enttäuscht, dass das Gericht – anders als Gletscherwissenschaftler, die die Gegend hier seit Jahrzehnten kennen – meint, mein Haus brauche keinen Schutz. Wir in Huaraz bekommen also von RWE jetzt keine Hilfe beim Schutz vor dem Flutrisiko. Aber bei diesem Urteil geht es nicht nur um mich, sondern um alle Menschen, die schon jetzt mit den Folgen der sich ständig verschärfenden Klimakrise konfrontiert sind. Die großen Unternehmen, die diese Risiken und Schäden verursachen, können endlich gezwungen werden Verantwortung zu übernehmen.“

Portrait von Saúl Luciano LLiuya vor dem Gletschersee Palcacocha
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Saúl Luciano Lliuya

Klimakläger

Der Koalitionsvertrag strebt lediglich eine ‚Dekarbonisierung‘ des Luftverkehrs an, anstatt sich explizit zur Klimaneutralität zu verpflichten, zu der auch die erheblichen Nicht-CO2-Effekte des Fliegens gehören. Die Bundesregierung sollte die für dieses Jahr angekündigte Strategie für den Luftverkehrsstandort Deutschland auf einen klimaneutralen Flugverkehr 2045 und den Hochlauf von auf Erneuerbaren Energien basiertem Kerosin (eSAF/PtL) ausrichten. Um Zukunftsmärkte und Technologieführerschaft zu sichern, muss die Erreichung von PtL-Quoten unterstützt werden, statt diese planlos zu streichen. Und statt einer Senkung der Luftverkehrssteuer sollte deren Deckelung aufgehoben werden. Der Flugverkehr muss wie andere Sektoren seinen Beitrag leisten – zum Klimaschutz wie zur Haushaltskonsolidierung. 

Porträt Anja Köhne
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Anja Köhne

Referentin für klimaneutralen Flugverkehr, Germanwatch

Die Bundesregierung möchte die Verkehrsinfrastrukturpolitik ‚an Realitäten orientieren‘. Dazu gehört es quantifizierte Ziele zu benennen. Die Verlagerungsziele wurden jedoch gestrichen, statt sie mit Realismus für 2035 weiterzuentwickeln.

Porträt Jacob Rohm
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Jacob Rohm

Referent für klimaneutrale Mobilität, Germanwatch

Man kann nicht Sparsamkeit predigen und dann bei den Verkehrswegen mit der Gießkanne in der Hand auch unsinnige Strukturen finanzieren. Deutschland braucht jetzt endlich eine moderne und realistische Infrastrukturpolitik, die weiß, wo sie hinwill und entsprechende Prioritäten setzt. Bei Straßen und Brücken geht es um notwendige Sanierungen. Aber auf dem Weg zur Klimaneutralität muss eine funktionierende, sanierte und ausgebaute Bahn mit Deutschlandtakt im Zentrum stehen. Wir brauchen kein Milliardengrab für noch mehr Straßen.

Porträt Jacob Rohm
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Jacob Rohm

Referent für klimaneutrale Mobilität, Germanwatch
  • Das blinde Streben nach Produktivität – gemessen am Bruttoinlandsprodukt – als einziger Maßstab des Fortschritts ist der Grund dafür, dass wir heute dort sind, wo wir sind. Daher besteht eine kollektive Aufgabe der Menschheit darin, die Resilienz so früh wie möglich in den Mittelpunkt der makroökonomischen Grundlagen zu stellen. Die Verwirklichung dieses Ziels ist ein gewaltiges Unterfangen und es ist sicherlich hilfreich, dass die vom Klimawandel besonders bedrohten Länder auf Partner:innen wie Germanwatch zählen können.

    Constantino
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    Renato Redentor Constantino

    Geschäftsführer des Institute for Climate and Sustainable Cities (ICSC), Philippinen