Von Glasgow nach Elmau

Titelseite Kurzpapier
Wie die COP26-Ergebnisse von der deutschen G7-Präsidentschaft genutzt werden können

Die Ergebnisse der diesjährigen Klimakonferenz (COP26) wurden heftig debattiert. Das gilt insbesondere für die verschiedenen Initiativen, die dort auf den Weg gebracht wurden und viel Aufmerksamkeit auf sich zogen. Sie haben z. B. zum Ziel, die internationale Finanzierung fossiler Brennstoffe zu beenden, Südafrika bei einer „Just Transition“ durch eine Partnerschaft zu unterstützen oder die Methanemissionen zu reduzieren. Gleichzeitig ist in Glasgow noch einmal deutlich geworden, dass sich in dieser Dekade entscheiden wird, ob die Erderwärmung auf 1,5°C begrenzt werden kann.

Unter diesen Vorzeichen tritt 2022 eine neue deutsche Bundesregierung die G7-Präsidentschaft an. Deutschland sollte diese Position nutzen, um international ambitionierten Klimaschutz voranzutreiben. Das Kurzpapier wirft ein Schlaglicht auf diejenigen Themen der COP26, die für die deutsche G7-Präsidentschaft 2022 besonders relevant sein werden. Daran anknüpfend wird dargelegt, wo konkreter Handlungsbedarf besteht. So sollte die G7 auf der positiven Dynamik der COP aufbauen, eine Strategie ausarbeiten, um Greenwashing der Ankündigungen zu vermeiden, aber auch alternative Lösungen anbieten, wo die COP keine Ergebnisse liefern konnte.


Nach der COP 11 Ziele für die deutsche G7-Präsidentschaft

  • Vorlage einer glaubwürdigen Strategie, die im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad die Klimaziele erhöht, z.B. durch Einbeziehung fluorierter Gase (F-Gase) und Stärkung der internationalen Zusammenarbeit.
  • Verpflichtung zur Dekarbonisierung des Stromsektors bis 2035 und zum Kohleausstieg bis 2030.
  • Definition von „ineffizienten“ Subventionen für fossile Brennstoffe und Verpflichtung zu ei-nem transparenten Prozess für den Ausstieg.
  • Beendigung der internationalen Finanzierung fossiler Brennstoffe bis Ende 2022 und Unter-stützung eines breiteren Engagements sowie einer konsequenten Umsetzung.
  • Beauftragung einer Studie, gemeinsam mit der Afrikanischen Union, die untersucht, wie nachhaltiger Energiezugang in der Region ohne fossile Energieträger so schnell wie möglich erreicht werden kann.
  • Anerkennung der enormen Lücke in der Klimafinanzierung und Unterstützung der Entwick-lung eines Berichts für eine Bottom-up-Bedarfsanalyse der Klimafinanzierung.
  • Bereitstellen von (finanziellen) Risikomanagementlösungen, um gefährdete Entwicklungs-länder und Gemeinschaften bei der Bewältigung von Verlusten und Schäden angemessen zu unterstützen.
  • Umverteilung möglichst vieler Sonderziehungsrechte (SZR) an gefährdete und verschuldete Länder zusätzlich zu den Verpflichtungen zur Klimafinanzierung.
  • Unterstützung eines wirksamen Schuldenerlasses, einer Umstrukturierung der Schulden und einer weiteren Aussetzung.
  • Einführung einer verpflichtenden Offenlegung von zukunftsgerichteten Klimarisiken (inkl. Szenario-Stresstests) für alle transformationsrelevanten Institutionen.
  • Unterstützung und Initiierung von Mechanismen, die Transparenz und Rechenschaftspflicht bei staatlichen und nicht staatlichen Zusagen schaffen, um Greenwashing zu vermeiden.
Publikationstyp
Kurzpapier
Autor:innen
Alexandra Goritz, Laura Schäfer, David Ryfisch, Christoph Bals und Vera Künzel
Bestellnummer
21-2-13
Seitenanzahl
9
Schutzgebühr
3.00 EUR
Publikationsdatum

Beteiligte Personen

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:: IN ELTERNZEIT :: Referentin für Klima-Risikomanagement;
Koordinatorin für Klimaaußenpolitik und G7
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Teamleiter Internationale Klimapolitik
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