Aktiv werden fürs Lieferkettengesetz: E-Mails an die Politik
Darum geht's:
Das Lieferkettengesetz wirkt gegen Ausbeutung und Umweltzerstörung. Dennoch wird in der Bundesregierung aktuell dessen Abschwächung diskutiert. Um dies zu verhindern, ist unser aller Einsatz gefragt. Hier finden Sie Mailvorlagen und praktische Tipps, wie Sie sich an die Bundesregierung und die Abgeordneten des Bundestages wenden können, um ein wirksames Lieferkettengesetz einzufordern. Schreiben Sie noch heute eine E-Mail an die Politik – Danke für Ihr Engagement!
Aktueller Stand
Die Bundesregierung hat eine Gesetznovelle („Gesetz zur Änderung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes“) auf den Weg gebracht, die starke Abschwächungen am Lieferkettengesetz vorsieht. Die Novelle wurde am 16. Januar 2026 im Bundestag in erster Lesung debattiert und anschließend an die Ausschüsse verwiesen. Aktuell wird die Gesetznovelle also in den Ausschüssen und innerhalb der Bundesregierung diskutiert.
Jetzt mitmachen und Mail versenden
Vom Kanzler, den Minister:innen und den Parteispitzen bis zu den Abgeordneten der Ausschüsse und des gesamten Bundestages haben viele Politiker:innen Einfluss auf das Politikgeschehen. Um möglichst viele relevante Personen erreichen zu können, finden Sie hier drei Mailvorlagen für verschiedene Adressat:innen:
- Wenn Sie 2 Minuten Zeit haben: Nutzen Sie die Vorlage „SPD“ und schreiben Sie eine Mail an die Parteispitze der Sozialdemokraten.
- Wenn Sie 5 Minuten Zeit haben: Nutzen Sie zusätzlich noch die Vorlage „Ausschüsse“ und schreiben Sie 2–3 weitere Mails an Mitglieder des Ausschusses für Arbeit und Soziales.
- Wenn Sie 10 Minuten oder mehr Zeit haben: Nutzen Sie alle Vorlagen und schreiben Sie neben der SPD und den Ausschüssen auch an die Spitzen und Abgeordneten der CDU/CSU.
Wir freuen uns außerdem sehr, wenn Sie uns im Anschluss über dieses Formular kurz mitteilen, an wen Sie geschrieben haben. Das ist natürlich optional, ist aber völlig anonym, geht ganz schnell und hilft uns enorm bei der Planung.
Tipps
Demokratisch mitreden
Die Abgeordneten im Bundestag sind unsere gewählten Vertreter:innen – unsere Anliegen sind ihre Anliegen. Deshalb ist es nicht nur legitim, sondern sogar wichtig, dass wir uns an sie wenden, wenn uns ein Thema wie das Lieferkettengesetz besonders am Herzen liegt. Denn Ausbeutung und Umweltzerstörung durch unsere Wirtschaft ist ein strukturelles Problem und verlangt nach einer politischen Lösung wie dem Lieferkettengesetz. Dieses zu erhalten und zu stärken, ist Aufgabe der Politik.
Ihre Mail, Ihre Argumente
Um den Kontakt zu erleichtern, haben wir E-Mail-Vorlagen erstellt, die Sie direkt nutzen können, um sich fürs Lieferkettengesetz einzusetzen. Noch besser ist es natürlich, wenn Sie die Mails an Ihren persönlichen Schreibstil anpassen und darin betonen, was Ihnen besonders wichtig ist. Einzige Regel: Freundlich sein.
Briefe und Besuche
Die Mailvorlagen funktionieren genauso gut als Briefe. Die Postadressen aller Abgeordneten finden sich auf der Seite des Bundestages. Ein von Hand geschriebener oder zumindest unterschriebener Brief hat noch mal mehr Gewicht als eine E-Mail.
Wem E-Mails und Briefe zu einseitig sind, die:der kann auch das direkte Gespräch suchen und Abgeordnete bzw. ihre Mitarbeiter:innen in ihren Büros in Berlin oder in ihrem jeweiligen Wahlkreis direkt treffen. Einige Abgeordnete bieten auch offene Sprechstunden an, entweder vor Ort oder digital. Über diese Möglichkeiten informieren Abgeordnete auf ihren eigenen Internetseiten, die über eine Suchmaschine leicht zu finden sind.
Weiter Informieren
Den aktuellen Stand zum deutschen und europäischen Lieferkettengesetz und Antworten auf die wichtigsten Fragen finden Sie in der aktuellen Argumentationshilfe der Initiative Lieferkettengesetz.
Hintergrundinformationen
Unternehmen profitieren enorm von der Globalisierung, müssen aber kaum Konsequenzen fürchten für menschenrechtliche und ökologische Schäden, die in ihrem globalen Geschäft entstehen. Germanwatch hat als Teil der Initiative Lieferkettengesetz erreicht, dass es in Europa erstmals Regeln gibt, um Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in den europäischen Lieferketten zu verhindern. Doch der Gegenwind, um diese Regeln wieder loszuwerden, ist gewaltig.
Die Initiative Lieferkettengesetz ist ein breites, zivilgesellschaftliches Bündnis aus Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen.
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Das im Jahr 2021 verabschiedete deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz war ein wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung. Mit der 2024 verabschiedeten EU-Lieferkettenrichtlinie wurden einige Lücken des deutschen Gesetzes geschlossen und gleiche Regeln für alle in der EU tätigen Unternehmen geschaffen.
Doch vielen großen Wirtschaftsverbänden sind diese Gesetze ein Dorn im Auge. Sie setzen alles daran, die lästigen Menschenrechts- und Umweltpflichten wieder loszuwerden.
Wir kämpfen dafür, dass dieser wichtige Baustein für ein gerechteres Wirtschaftssystem erhalten bleibt. Wir dürfen nicht akzeptieren, dass weltweit nur noch das Gesetz des Stärkeren gilt und Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung folgenlos bleiben.